Die Pflegebranche ist interessant
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Haßfurt, Donnerstag, 24. November 2016
Mit Vorurteilen aufräumen und verdeutlichen, wie sehr der Landkreis Haßberge künftig auf Pflegekräfte angewiesen ist - das sind die Ziele, die das Projekt "...
Mit Vorurteilen aufräumen und verdeutlichen, wie sehr der Landkreis Haßberge künftig auf Pflegekräfte angewiesen ist - das sind die Ziele, die das Projekt "Zukunftscoach" an der Volkshochschule Landkreis Haßberge und der Pflegestützpunkt des Landkreises Haßberge mit ihrer Initiative "Pflege on Tour" verfolgen.
Seit 2014 erlebten schon über 300 Schüler "on Tour", wie der Alltag von Altenpflegefachkräften aussieht. Den Auftakt für das laufende Schuljahr machte die 9B der Mittelschule Haßfurt im Caritas-Pflegeheim St. Bruno, in Haßfurt. Auch Landtagsabgeordneter Steffen Vogel, im Bayerischen Landtag Mitglied in den Ausschüssen "Gesundheit und Pflege" und "Arbeit und Soziales, Jugend, Familie und Integration", informierte sich vor Ort über die Nachwuchsinitiative. Einrichtungsleiterin Heike Ehlert und Gerontofachkraft Yvonne Schüll zeigten den Jugendlichen die Einrichtung. Die Neuntklässler haben sich im Unterricht mit dem Altenpflegeberuf befasst. "Der Tour ist ein Unterrichtsbesuch vorgeschaltet, in dem wir die Initiative vorstellen und Fragebögen verteilen. Die Fragebögen werden "on tour" aufgegriffen, offene Fragen daraus beantwortet und so manche Vorurteile richtig gestellt", erläutert Tina Büdel vom Projekt den Ablauf. Die Jugendlichen schätzen den Verdienst gegenüber anderen Berufsgruppen meist zu niedrig, die Häufigkeit von Wochenend- und Nachtdiensten zu hoch ein.
Steffen Vogel fasste die Grundidee zusammen, die den Schülern vermittelt werden soll: "Pflegefachkraft ist ein Beruf mit Zukunft. Ihr müsst Euch nie Sorgen machen, ob ihr arbeitslos werdet, und ihr seid täglich mit Menschen zusammen, die euch viel Wertschätzung zurückgeben und dankbar sind für eure Arbeit."
Praktische Übungen aus dem Pflegealltag gab es auch, um spielerisch Wissen zu vermitteln. Im Pflegeheim wurden die Schüler per Kran in die Badewanne gehievt; sie gaben sich gegenseitig Joghurt ein und fuhren mit Rollstühlen im Park spazieren. Wichtig ist, dass die Schüler Einblick in den Alltag eines Pflegebereichs erhalten und in Kontakt mit den alten Menschen kommen, findet Sandra Göbel vom Pflegestützpunkt Haßberge. Das baut Vorurteile ab.
In der Klasse interessieren sich einige junge Menschen für den Pflegeberuf. Darleen hat die Zusage für einen Ausbildungsplatz in einer Pflegeeinrichtung im Landkreis: "Man hat Kontakt zu Menschen. Und man kann etwas zurückgeben an die Generation, die vor einem lebt." Mitschüler Lawand, der vor einem Jahr nach Deutschland kam, kann gut mit Menschen umgehen und hat ein Praktikum absolviert. red