Auf den 21. Juni fällt die Sommersonnwende, also der Jahrestag, an dem es am längsten hell und die Nacht am kürzesten ist. Die Sommersonnwende wird als eines der ältesten Feste seit Menschengedenken gefeiert. Die Sonne steht auf ihrem nördlichsten Punkt und beginnt danach wieder langsam mit ihrem Rückzug gen Süden. Die Tage werden wieder kürzer und die Schatten länger, die Ernte wächst heran. Es ist der offizielle Beginn des Sommers.

Wurzeln in vorchristlicher Zeit

In vielen Regionen wird die Sommersonnwende mit einem Feuer zelebriert. Die Feuer weisen wohl vorchristliche Wurzeln auf und waren vor allem im Mittelalter sehr verbreitet, wo die Kirche versuchte, die Sonnwendfeuer durch die Johannisfeuer zu ersetzen. Das Entzünden von Johannisfeuern ist seit dem zwölften Jahrhundert bekannt und seit dem 14. Jahrhundert zahlreich belegt. Da das Fest des heiligen Johannes in die Zeit der Sommersonnwende fällt, war es im Volksglauben mit vielen Bräuchen verbunden. So sollte ein Sprung über das Feuer baldige Heirat als auch Schutz vor Hexen und Geistern versprechen. Angebrannte Holzstücke steckte man in Felder und Äcker, um diese vor Ungeziefer zu schützen. Den Aberglauben gibt es heute nicht mehr, doch das Abbrennen von Johannis- oder Sonnwendfeuern ist immer noch weit verbreitet.

Seit vielen Jahren schon zündet der Haßbergverein Königsberg sein Sonnwendfeuer immer genau am 21. Juni auf der Wart bei Königsberg an. Bei einsetzender Dämmerung entzündete "Brandmeister" Albert Käb den Holzstapel, der gleich lichterloh entflammte und bis zum Ende der Veranstaltung gegen Mitternacht regelmäßig von ihm und seinem Helfer Uwe Krug genährt wurde. Besonders schön bei einem wunderbaren Himmel war heuer der Blick von der Wart in das Haßberge-Vorland und zum Königsberger Schlossberg. Besonders als die Sonne glutrot hinter dem Kreuzberg in der Rhön unterging und später der Himmel sein Wolkennetz über die Feiernden ausbreitete. Es war eine ausnehmend schöne Sonnwendfeier mit einem angemessenen Feuer, nachdem in den vergangenen zwei Jahren dies jeweils witterungsbedingt nicht entzündet werden durfte.

Regen ließ später nach

Pech mit dem Wetter hatten am Samstagabend so einige Vereine. Wobei die Ziegelangerer mit ihrem "Weinbergsglühen" tapfer aushielten. Die Gewitterstimmung machte auch der Schlossberggemeinde in Königsberg bei ihrem Lagerfeuer im Wallgraben der Burg einen Strich durch die Rechnung. Alles war gut vorbereitet. Dann kam der Regen - wieder einmal, wie im Vorjahr. So waren es nur wenige, die am Samstagabend den Weg hinauf auf den Schlossberg wagten, um dort die schöne Atmosphäre eines Feuers und eventuell auch einen beeindruckenden Sonnenuntergang zu genießen. Zu vorgerückter Stunde brannte dann aber doch ein schönes Lagerfeuer, hatte der Himmel seine Schleusen geschlossen und färbte die Sonne bei ihrem Untergang über dem Haßgau den Himmel mit einem tollen Rot.