Wie vielfältig und verantwortungsvoll die Arbeit mit Kindern ist, hat das Kinderhaus "Zur Schatzinsel" beim Sommerfest gezeigt.
"Die drei Räuber", das Kinderbuch von Tomi Ungerer, war nicht nur der Titel des Theaterstücks, bei dem alle Kinder von einem Jahr bis zur dritten Klasse mitgewirkt haben. Die Werte, die im Buch vermittelt werden, waren zugleich das Jahresthema. In erster Linie sollten damit soziale Kompetenzen erworben werden: Gefühle auszudrücken, Freundschaften zu schließen, aber auch trösten, helfen und teilen wurde bei vielen Aktionen das ganze Jahr gelernt.
Diese erworbenen Fähigkeiten eindrucksvoll zu zeigen, gelang den Erzieherinnen und den Kindern mit dem Theaterstück "Die drei Räuber". Kurzerhand schrieb Angelika Kraus, Leiterin des Kinderhauses, die Geschichte so um, dass sie bühnenreif wurde. Eine Eins-zu-eins-Umsetzung war nicht immer möglich.
Da sind drei Räuber, die ihr Unwesen treiben, um Schätze anzuhäufen. Viel Geld und Gold besitzen sie.
Eines Tages saß nur ein kleines Waisenmädchen in der Kutsche. Ohne Geld und Habe. Kurzerhand nahmen die Räuber also das kleine Mädchen mit in die Höhle. Das schloss Freundschaft mit den Räubern und wollte wissen, was sie mit all den Schätzen tun?
Das war eine gute Frage, die keiner der drei Räuber beantworten konnte. Sie raubten einfach und häuften an. Doch das Mädchen hatte einen Vorschlag, denn mit dem vielen Geld könnte vielen armen Kindern geholfen werden.
Eine Idee, die den Räubern gefiel. Sie kauften ein Schloss und ließen alle Kinder, die Hilfe brauchten, dort leben. Kinder, die kein Dach über dem Kopf hatten, nichts zu essen oder sonst in Not waren.
Angelika Kraus schrieb gerade das um, denn sie wollte damit nicht nur auf Waisenkinder aufmerksam machen, sondern auch auf die Situation der Flüchtlinge. Die Räuber wurden also gute Menschen und die Kinder, die dann erwachsen wurden, dankten es den Räubern. Sie siedelten sich in der Nähe an, bauten ihre Häuser um das Schloss herum und bauten schließlich eine Stadtmauer mit drei Türmen, die Räuberhüte trugen, als Andenken an die drei Räuber.
Die Geschichte, die Angelika Kraus und zwei Erzieherinnen mit den Kindern einstudiert hatte, gefiel. Die Darstellung der Kinder und die Kulissen kamen ebenfalls bestens an. Eingebunden waren alle Kinder des Kinderhauses. Selbst die Einjährigen spielten mit, liefen als Kinder ins Schloss hinein. Die Sprechrollen erhielten die älteren Vorschulkinder oder die Kinder der Mittagsbetreuung.
Alle Utensilien und die Kulissen wurden von den Kindern aus Eierkartons und Pappmaché selbst gebaut. Die Türme des Schlosses beispielsweise. Gespielt wurde im Garten. Da konnten die Räuber auf ihren Raubzügen besser hinter dem Gebüsch hervorspringen und das Schloss kam ebenfalls bestens zur Geltung.
Wer nun glaubt, alles Räubergeld und -gold wurde in der Geschichte verbraucht, liegt falsch. Massenweise Gold war noch im Sandkasten versteckt, und die Kinder waren danach bei der Schatzsuche gut beschäftigt, alles Geld aus dem Sandkasten zu graben. Selbst an den Spielstationen, wo Freundschaftsbändchen gebastelt oder Partnerspiele zum Thema Freundschaft gespielt wurden, war immer Betrieb. Das Essen, Trinken und der Kuchenverkauf wurde vom Elternbeirat organisiert. map