Sebastian Schanz Die deutsche Flora und Fauna ist an sich ja echt für Anfänger geeignet. So muss sich zum Beispiel ein Australier in deutschen Wäldern und Wiesen fühlen, als hätte er den Schwierigkeitsgrad eines Computerspiels um fünf Level nach unten geschraubt. Während in seiner Heimat der Tod gefühlt unter jedem Stein lauern kann, wo eine unscheinbare Taipan-Schlange rein rechnerisch mit einem Biss 200 Menschen umwirft und die tödliche Trichternetzspinne gerne Wohnsiedlungen aufsucht, hat man es in Deutschland eher mit Ringelnattern und vielleicht mal einem Feuersalamander zu tun. Und selbst die deutsche Kreuzotter, immerhin eines der giftigsten Tiere zwischen Nordsee und Alpen, wird von der australischen Todesotter nicht mal belächelt. Im Vergleich zu Down Under ist das fränkische Outback ein Streichelzoo.

Da verwundert es doch, dass derzeit eine unscheinbare und harmlos aussehende Pflanze im Bamberger Raum aus der Erde spießt, die ganz ohne Alkohol fiese Leberschäden verursachen kann - dabei sieht sie aus, als könnte man sie ohne Nachdenken in den nächsten Salat schnippeln. Das Jakobs-Kreuzkraut mit seinen kleinen gelben Blüten landet auch schnell mal in einem selbst gepflückten Strauß Sommerblumen. Den sollte man aber niemandem schenken, den man wirklich mag.