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Die Ausbildung soll bezahlt werden


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, Montag, 20. Mai 2019

Alle Verdi-Beschäftigten in kommunalen Kindertageseinrichtungen in Erlangen und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt waren unlängst zur Aussprache über die Fortführung der Aufwertungskampagne des Sozial- ...


Alle Verdi-Beschäftigten in kommunalen Kindertageseinrichtungen in Erlangen und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt waren unlängst zur Aussprache über die Fortführung der Aufwertungskampagne des Sozial- und Erziehungsdienstes eingeladen.

Für die Beschäftigten sind neben einer angemessenen Bezahlung die Arbeitsbedingungen in der täglichen Arbeit von größter Bedeutung, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. "Hier werden die Anforderungen und Belastungen immer höher bei gleichzeitig fehlenden Fachkräften. Auch in Erlangen mussten bereits Eltern gebeten werden, ihre Kinder selbst zu betreuen, da nicht ausreichend Fachkräfte zur Verfügung standen", fasst Dietmar Radde, Mitglied im städtischen Personalrat und in der bayeri-schen Verdi-Fachgruppe für den Sozial- und Erziehungsdienst, die Probleme zusammen.

Der Bedarf ist bekannt

Für die nächsten Jahre sei daher zu befürchten, dass die Situation sich weiter verschlimmert und die Belastungen für die Beschäftigten weiter zunehmen. Für Iris Schubert, Verdi-Personalrätin aus dem Jugendamt, "ist es ein Skandal, schließlich ist der Handlungsbedarf seit Jahren bekannt, ohne dass bis jetzt nennenswerte Anstrengungen unternommen werden". So fehlen laut nationalem Bildungsbericht aus dem Jahr 2018 bis 2025 Deutschlandweit mehr als 300 000 Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen.

Zentrale Forderungen der Beschäftigten sind daher verstärkte Anstrengungen zur Personalgewinnung und der Ausbau der Ausbildung und Qualifizierung von Fachkräften einschließlich einer angemessenen tariflich abgesicherten Bezahlung während der Ausbildung. Dringend notwendig zur Entlastung der Beschäftigten sei zudem die Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation und die Freistellung der Einrichtungsleitungen vom Gruppendienst.

Die Beschäftigten fordern daher den Freistaat Bayern und die Staatsregierung auf, endlich zu handeln und die entsprechenden Gesetze und Verordnungen anzupassen und die erforderlichen Mittel für den Ausbau und die Entlohnung der Ausbildung bereitzustellen. red