Normalerweise organisiert der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft die Berufsinformationsmesse "Abitura" alljährlich im Wechsel an den weiterführenden Schulen in Kulmbach. Konnte sie im vergangenen Jahr noch kurz vor dem ersten Lockdown stattfinden, so müssen die Veranstalter 2021 neue Wege gehen.

"Wir wollen den Schülern die Möglichkeit geben, sich digital mit Unternehmen und Hochschulen in Verbindung zu setzen", erklärte Hans-Peter Brendel von der Werbeagentur "bergwerk", stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises. In Kooperation mit Nicolas Schuller, der in der Kulmbacher Werbeagentur "breadcrumb" für die operative Leitung verantwortlich ist, entwickelte er eine entsprechende Plattform für eine "Abitura Digital". "Unternehmen und Hochschulen werden wie jedes Jahr angeschrieben und dazu eingeladen, sich dieses Mal digital zu präsentieren", sagte Brendel.

Chance auf gezielte Darstellung

Den Vorteil einer virtuellen Veranstaltung sieht er ganz klar darin, dass sich Unternehmen breiter und gezielter darstellen können: "Ich hoffe, dass generell noch mehr Unternehmen teilnehmen werden, denn die Hürden sind niedriger gesetzt." Man müsse keinen Messestand aufbauen und kein Personal abstellen, was dazu führen könnte, dass sich auch kleine Betriebe zu einer Teilnahme motivieren lassen. "Wir alle mussten im vergangenen Jahr lernen, mit digitalen Medien umzugehen, also sollte das kein Hinderungsgrund sein", meinte Brendel. Noch dazu, da am 27. Februar Schüler auf verschiedene Weise mit den Unternehmen und Hochschulen in direkten Kontakt treten können - nämlich per E-Mail, per Telefon oder per Videoschalte über MS Teams oder Zoom.

"Auf der Plattform ‚Abitura-digital.de‘ gibt es vier Kategorien, nämlich Ausbildungsstellen, Firmen, Hochschulen und Ausbildungsberufe", erklärte Nicolas Schuller, der die Plattform vorstellte. Das moderne Design spricht an und soll Interessierte motivieren, konkret nach Ausbildungsplätzen zu suchen oder sich allgemeiner informieren und inspirieren lassen.

"Es gibt auch einen Veranstaltungsplan mit virtuellen Vorträgen zu unterschiedlichen Berufen und Themen. Auch ein Kurzvideo, in dem die Idee zur virtuellen Abitura vorgestellt wird, kann angeklickt werden.

Natürlich könne eine virtuelle Abitura den persönlichen Kontakt nicht ersetzen, sondern allenfalls ergänzen, "aber es war uns sehr wichtig, unsere jungen Leute mit der Wirtschaft zusammenzubringen", sagte Michael Pfitzner, Vorsitzender des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft.

Trotz aller Corona-Widrigkeiten

Auch die weiterführenden Schulen hatten klar das Signal gegeben, die Abitura solle trotz aller Corona-Widrigkeiten stattfinden. "Die Berufsinformation ist ein wichtiges Element der schulischen Bildung, und zwar nicht nur für Abiturienten", sagte Ulrike Endres, Schulleiterin am Caspar-Vischer-Gymnasium. Bereits in der 9. und 10. Klasse würden Schüler anfangen, sich zielgerichtet zu informieren. "Die Plattform ist wichtig, und wir danken allen Akteuren für das Engagement", sagte Endres.

Großer Schritt zur Digitalisierung

Dem konnte auch Alexander Battistella, Schulleiter des beruflichen Schulzentrums, nur beipflichten. "Ich freue mich sehr über dieses moderne, spritzige Format. Ein Vorteil, den Corona uns brachte, ist, dass wir einen großen Schritt zur Digitalisierung gemacht haben."

Landrat Klaus Peter Söllner begrüßte die Initiative ausdrücklich und sieht für die jungen Leute große Chancen, im Wirtschaftsleben Fuß zu fassen: "Ein Großteil der Kulmbacher Wirtschaft hat sich in diesem schrecklichen Jahr hervorragend behauptet."

Dass die Plattform von Kulmbacher Unternehmen und nicht extern entwickelt wurde, hält Clemens Dereschkewitz, ebenfalls Vorstand des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft, für besonders erfreulich: "Es gab auch andere Angebote, aber wir wollten eine Lösung aus Kulmbach haben."

Die Plattform Abitura-digital.de wird ab 20. Februar freigeschaltet, damit Interessierte schon einmal stöbern können. Am 27. Februar können die Schüler dann zwischen 9.30 und 14 Uhr mit den jeweiligen Unternehmen und Hochschulen in direkten Kontakt treten und das Veranstaltungsprogramm nutzen.

Auf der Seite www.abitura.info soll es ab Donnerstag weitere Informationen geben.