Der DGB Coburg warnt vor den Folgen des weiter absinkenden gesetzlichen Rentenniveaus und verlangt einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. "Männer, die 2015 in der Stadt Coburg erstmals eine gesetzliche Altersrente bezogen haben, erhielten im Schnitt 1041 Euro pro Monat (Landkreis: 1058 Euro)", erklärt Mathias Eckardt, Regionsgeschäftsführer des DGB Oberfranken. "Frauen mussten mit durchschnittlich 702 Euro auskommen (Landkreis 688 Euro)." Deutliche Abweichungen nach unten seien keine Seltenheit.
Für Mathias Eckardt gibt das ständig sinkende Rentenniveau Anlass zur Sorge: "Das Rentenniveau sinkt seit Jahrzehnten. Lag es im Jahr 2000 noch bei knapp 53 Prozent, so wird es 2016 nur noch rund 48 Prozent betragen. Ohne neue rentenpolitische Weichenstellungen wird dieser Wert weiter auf 43 Prozent im Jahr 2030 abgesenkt."


"Beitragssatz moderat anheben"

Dieser Trend müsse umgekehrt werden, fordert der Regionsgeschäftsführer des DGB Oberfranken: "Der entscheidende Schritt ist die Stabilisierung des Rentenniveaus. Langfristig brauchen wir zudem eine deutliche Erhöhung. Das alles ist machbar. Der DGB schlägt vor, den Beitragssatz moderat schrittweise anzuheben - auf 22 Prozent bis 2030. Zudem müssen gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die Mütterrente konsequent aus Steuermitteln statt aus Beitragszahlungen der Versicherten finanziert werden. Allein die an sich richtige Mütterrente kostet die Versicherten sieben Milliarden Euro pro Jahr. Damit wäre eine Stabilisierung des Rentenniveaus finanzierbar und eine Rentenpolitik, die ein würdevolles Leben im Alter sichert, möglich", betont Eckardt.
Um das Rentenniveau nachhaltig zu stabilisieren, brauche man außerdem eine neue Ordnung der Arbeit. Denn gute Arbeit heute ist eine wesentliche Grundlage für gute Renten morgen. So müsse die Ausweitung des Niedriglohnsektors und die fortschreitende Prekarisierung gestoppt werden. red