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Der Zeit in die Karten schauen


Autor: Redaktion

Haßfurt, Freitag, 07. April 2017

Am Donnerstagabend wurde im Bibliothekszentrum in Haßfurt eine Ansichtskartenausstellung eröffnet. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Biz Haßf...
Vor den Plakatwänden: Das Bild zeigt die Organisatoren der Ausstellung (von links): Matthias Heyn, Thomas Schindler, Wolfgang Jäger, Petra Hahn-Stöhr, Richard Frantzen, Klaus Kunkel und Annelie Ebert.  Foto: pr


Am Donnerstagabend wurde im Bibliothekszentrum in Haßfurt eine Ansichtskartenausstellung eröffnet. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Biz Haßfurt, der Volkshochschule im Landkreis Haßberge und des Historischen Vereins Landkreis Haßberge. Die Präsentation basiert auf der Wanderausstellung der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken "Der Zeit in die Karten geschaut" und zeigt auf 15 Schautafeln die Entwicklung und Bedeutung der Ansichtskarten.
Der Charme der Ansichtskartenausstellung besteht darin, dass die Besucher nicht nur allgemein etwas über die Entstehung und Entwicklung der Ansichtskarten erfahren, sondern in einer Zusatzausstellung für Haßfurt die örtlichen Veränderungen des Ortsbildes in der Stadt beobachten können. Zu den einzelnen Ansichtskarten der Stadt Haßfurt gibt es in zwei Heften, die an den Vitrinen hängen, Informationen, die vom Historischen Verein Landkreis Haßberge, genauer gesagt, von Petra Hahn-Stöhr, Richard Frantzen und Thomas Schindler, zusammengestellt wurden.
Im Gegensatz zu einem Brief bieten Ansichtskarten die Möglichkeit, nicht nur Worte, sondern auch bildliche Eindrücke von den Reisen an Freunde und Verwandte zu schicken. Dadurch konnte man früher, als Fotoapparate noch teuer waren und die Fotografien noch chemisch entwickelt werden mussten, einfach und schnell Bilder von den Reisezielen nach Hause schicken. So konnte das Urlaubsziel zu Hause in bestem Licht erscheinen und entsprechenden Eindruck machen.
Gesammelte Ansichtskarten bieten nicht nur einen Blick auf die vermeintlich interessantesten Objekte einer Gegend, sie bieten auch einen Blick auf deren Geschichte. Denn die Abbildungen zeigen typischerweise berühmte Bauwerke, bekannte Plätze sowie Sehenswürdigkeiten oder charakteristische Ansichten der besuchten Gegend.
Der Siegeszug der Ansichtskarte erfasste auch die Stadt Haßfurt. Inzwischen war der Tourismus angewachsen, der besonders durch den Bau der Eisenbahn gefördert wurde. 1852 wurde die Strecke von Bamberg über Haßfurt nach Schweinfurt eröffnet. Zwei Jahre später kam der Abschnitt von Schweinfurt nach Würzburg und Aschaffenburg dazu und damit waren 1854 Haßfurt und die Umgebung näher an die Welt herangerückt.
Neben dem aufkommenden Tourismus förderten Kriegsereignisse die Verbreitung der Postkarte. Während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 gab es die erste Verwendung von Postkarten in größerem Umfang, da die Feldpost gebührenfrei befördert wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Ansichtskarte mit der Reisewelle der 1950er und 1960er Jahre einen erneuten Aufschwung.
Die Ansichtskartenausstellung kann bis zum Mittwoch, 19. April, während der Öffnungszeiten im Untergeschoss des Biz am Marktplatz in Haßfurt kostenlos besichtigt werden. red