Sebastian Schanz Die Folgen der Corona-Krise sind noch kaum abzusehen. Doch die Anzeichen häufen sich, dass die Natur zumindest eine kurze Verschnaufpause bekommen hat. So finden sich quer über den Globus Phänomene, die im Dunstkreis der menschlichen Spezies selten geworden sind.

In Indien staunen Menschen, weil die Smogwolke gewichen und überraschend der Himalaya am Horizont aufgetaucht ist. Manche älteren Erdbewohner erinnern sich beim Duft der ungewöhnlich frischen Frühlingsluft an ihre Kindheit zurück. In Venedig werden wieder Fische in den Kanälen gesehen. Vielleicht waren sie schon vorher da, doch plötzlich ist das Wasser unter der Seufzerbrücke so klar, dass man sie auch erkennen kann. Mancher will an Venedigs Canale Grande sogar Delphine gesichtet haben.

Und in Klein-Venedig? Dort wurde kürzlich der sehr seltene Regnitzwal wieder entdeckt. Seit vielen Jahrzehnten galt das Süßwasser-Säugetier als ausgestorben. Die intensive Bejagung durch die traditionsreiche Bamberger Fischer- und Schifferzunft Ende des 19. Jahrhunderts hatte den Regnitzwal ausgerottet. Oder besser: beinahe ausgerottet. Denn nun hat das Tier offenbar den Weg in seinen ursprünglichen Lebensraum zurückgefunden!

Ein Beweisfoto von der Natursensation gelang dem Bamberger Fotografen Manfred Steinmeier ausgerechnet vor der Kulisse des Weltkulturerbes. Es beweist vor allem eines: Traue keinem Beweisfoto, das du nicht selbst gefälscht hast!