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Coburg

Der Petition eine Absage erteilt

Football-Spieler und Anhänger der "Black Dukes" solidarisieren sich mit dem Coburger Wappen.
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Die Black Dukes, die American Football-Spieler der Coburger Turnerschaft, haben sich am Dienstagabend auf dem Coburger Marktplatz demonstrativ dfür das aktuelle Wappen der Stadt mit dem Kopf des Heiligen Mauritius ausgesprochen. Mit Rassismus habe das Stadtwappen nichts zu tun, so der Tenor.  Foto: Christoph Winter
Die Black Dukes, die American Football-Spieler der Coburger Turnerschaft, haben sich am Dienstagabend auf dem Coburger Marktplatz demonstrativ dfür das aktuelle Wappen der Stadt mit dem Kopf des Heiligen Mauritius ausgesprochen. Mit Rassismus habe das Stadtwappen nichts zu tun, so der Tenor. Foto: Christoph Winter

Die Forderung von Juliane Reuther und Alisha Archie, die Darstellung des Coburger Mohr angesichts der Rassismus-Debatte nicht mehr im Wappen der Stadt zu verwenden, hat mächtigen Widerhall gefunden. In Leserbriefen und in den sogenannten Sozialen Medien spricht sich eine überwiegende Mehrheit für das existierende Stadtwappen aus. Am Dienstagabend kamen auf dem Coburger Marktplatz Mitglieder, Spieler, Anhänger und Freunde der "Black Dukes" zusammen und erteilten der Petition der beiden Frauen eine Absage.

In den Reihen der American Football-Spieler der Coburger Turnerschaft sind auch mehrere Schwarze, die das Coburger Stadtwappen keineswegs diskriminierend oder rassistisch empfinden. "US-Amerikaner, die bei uns spielten, fanden im Gegenteil unser Stadtwappen gut. Ein solches sei in den Vereinigten Staaten undenkbar", berichtet der Cheftrainer der Black Dukes, Markus Zintl.

In Facebook schreibt Zintl, "den Stadtpatron aus dem Wappen zu entfernen, weil er schwarz ist, widerspricht im Grundsatz der Black-Lives-Matter-Bewegung - was undurchdacht als Grund für die Petition gegen den Coburger Mohr angebracht wird. Man möchte nicht das Wort ,rassistisch' in den Mund nehmen, aber doch, irgendwie klingt das ein bisschen so wie ,der muss weg, weil er schwarz ist'. Ich kenne mehrere schwarze Mitbürger, auch aus Amerika zugereist, die sich gefreut haben, dass einer schwarzen Person diese Ehre zuteil wurde. Seit 32 Jahren Coburger, mit dem Wappen aufgewachsen und stolz drauf. Wen es stört, der soll dort hin, wo's nur weiße Menschen in den Stadtwappen gibt."

Am 23. Juni startet der Nürnberger Tobias Schmidt auf der Internetseite "openPetition gemeinnützige GmbH - Plattform für Bürgerinitiativen, Petitionen und Kampagnen" die Petition "Der Coburger Mohr (St. Mauritius) soll bleiben. Rettet den Coburger Stadtpatron im Wappen". Das Wort "Mohr" werde im normalen Sprachgebrauch als veraltet empfunden, sei aber auf keinen Fall rassistisch. "Meiner Meinung nach lässt sich sagen, dass die Darstellung des St. Mauritius auf dem Coburger Stadtwappen auf keinen Fall rassistisch oder verletzend ist."

Am Dienstag hatte die an OB Dominik Sauerteig gerichtete Petition etwas mehr als 3700 Unterstützer, 1100 davon aus Coburg.