"Die Supermärkte werden Mühe haben, uns zu toppen!", freute sich eine engagierte Elisabeth Zipfel vom "Arbeitskreis Dorfladen Marktzeuln", die das Projekt auf einer Informationsveranstaltung vorstellte. Die TSV-Turnhalle war dabei vollbesetzt.

Wie Zipfel berichtete, habe man sich einige Dorfläden in der Umgebung angesehen. In Entmannsberg (Landkreis Bayreuth) werde sogar auf nur 45 Quadratmetern ein solches Geschäft betrieben. Dagegen sei die geplante Verkaufsfläche in Marktzeuln mit 130 Quadratmetern riesig. Ein Kuhstall wurde in Simonshofen im Nürnberger Land als Getränkemarkt umfunktioniert. Und in Burgpreppach stach besonders die schöne Dekoration mit Körben und Leiterwagen ins Auge.

Der Arbeitskreis hatte sich also intensiv umgesehen, um die bestmöglichen Varianten für Marktzeuln zu nutzen. Man werde viele regionale Produkte anbieten, vom Schnaps bis zum Brot. Auf Bioqualität werde besonders Wert gelegt und natürlich auf möglichst wenig Verpackungsmaterial. In einem angeschlossenen Dorfcafé mit zwölf Sitzplätzen dürfen dann Neuigkeiten ausgetauscht werden. Ein ganz besonderes Highlight soll Zipfel zufolge der Außenbereich als Freisitz mit italienischem Flair darstellen. Auch eine Postfiliale sowie die Möglichkeit, Geld abzuheben, sollen zum Angebot gehören. Nachhaltig solle gewirtschaftet werden, indem man eigene Waren zur Zubereitung einer Mittagsmahlzeit verwerte.

Wie die Arbeitskreis-Vertreterin deutlich machte, werden dafür engagierte Mitarbeiter benötigt. Zwei Arbeitsplätze pro Schicht seien angedacht bei Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr. Die Angestellten würden fair entlohnt werden, hierbei handele es sich nicht um ein Ehrenamt. Ein kleiner Traum sei es auch, den vorhandenen Gewölbekeller etwa für Weinverkostungen und Literaturveranstaltungen zu nutzen. Der Dorfladen soll ein Treffpunkt für Jung und Alt werden und wäre barrierefrei.

Fragen aus dem Publikum betrafen die Parkplätze, Anlieferungsmöglichkeiten sowie einen Tag der offenen Tür. Es werden drei Parkplätze entstehen, die Anlieferung könne sowohl von der Straße "Am Flecken" wie auch von der Schützenstraße aus erfolgen. Ein Tag der offenen Tür sei allerdings momentan aufgrund der Bauarbeiten nicht möglich. Bei Interesse könne man das aber zu gegebener Zeit nachholen, betonte Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech.

Mindesteinlage bei 250 Euro

Auf die rechtlichen Belange ging Wolfgang Gröll vom Dorfladen-Netzwerk "Newway" ein. Als Rechtsform für den Dorfladen wurde demnach die UG (Unternehmergesellschaft) gewählt. Für diese herrschen genossenschaftsähnliche Grundsätze. Oberstes Ziel sei nicht die Gewinnmaximierung, sondern Sorge für die lokale Gemeinschaft. Umsätze ähnlicher Dorfläden würden sich auf circa 350 000 Euro pro Jahr belaufen. So könne sich jeder Bürger - auch wenn er kein Marktzeulner sei - beteiligen. Die Mindestanlage betrage 250 Euro, nach oben seien keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist demnach, dass jeder Gesellschafter nur mit seiner Einlage haftet. Darüber hinaus gehende Haftungen seien ausgeschlossen. Die Stimmberechtigung richte sich nach Köpfen und nicht nach der Höhe der Kapitaleinlage. Genauere Details sollen in der Gründungsversammlung am 18. Februar erklärt werden.

Friedlein-Zech ging auf die Rücklaufquote der Bürgerbefragung ein. Aufgrund des Ergebnisses der Bürgerbefragung wurde ein Förderbescheid für die Sanierung der ehemaligen Schule in Höhe von 1,7 Millionen Euro erteilt bei einer Förderquote von 80 Prozent. Hierdurch erhalte der Markt Marktzeuln die Chance, einen Leerstand zu beseitigen, einen Schandfleck zu bereinigen und gleichzeitig die Ortsmitte zu beleben. Zipfel ermunterte abschließend die Bürger: "Ihr müsst nur einkaufen in unserem Laden, und dann läuft es!"