"Das war die längste Veranstaltung seit 27 Jahren", sagte Heinrich Kunzelmann nach dem offiziellen Ende der Jahresversammlung der freiwilligen Feuerwehr, ein bisschen erleichtert und ein bisschen wehmütig. In den letzten 27 Jahren nämlich hatte Heinrich - oder "Heiner", wie man ihn hier lieber nennt - die Geschichte der FFW Stublang entscheidend mitgestaltet.

Seit 1993, wenige Jahre nach seinem Umzug von Kleukheim nach Stublang, war er der Vorsitzende der jetzt über 60 Mann starken Wehr, war stets präsent, hat geholfen, mit angepackt, organisiert und war immer da, wenn er gebraucht wurde. Nun stellte er sich bei Neuwahl nicht mehr zur Verfügung.

Hans-Josef Stich, stellvertretender Bürgermeister, lobte das Engagement des 62-Jährigen und dankte ihm herzlich. Zuvor jedoch standen im Nebenraum der Gastwirtschaft Hennemann noch andere Wahlen an: die der beiden Kommandanten. Hans-Josef Stich, Kreisbrandmeister Bernd Schramm und "der Mann fürs Feuerwehrwesen", Matthias Pospischil, riefen die 37 Wahlberechtigten zur geheimen Wahl auf, verteilten Stimmzettel. Ohne Gegenstimme entschieden sich die Aktiven für Markus Engert als neuen Kommandanten und für den erst 23-jährigen Johannes Hellmuth als ihren neuen zweiten Kommandanten.

Bei der nachfolgenden Vorstandswahl waren 41 Personen wahlberechtigt. Neuer Vorsitzender der Stublanger Feuerwehr ist der bisherige Kommandant, Simon Hümmer. Auch die weiteren Posten im Vorstand und Mitglieder für den Zeltverein waren zu wählen.

"Ihr habt's uns leicht gemacht!", freute sich Wahlleiter Stich, alle zu besetzenden Positionen wurden einstimmig vergeben.

Die Altersgrenze erreicht

Mit Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind: Georg Mager, Georg Hennemann, Georg Säum, Rudi Keller, Josef Zipfel und Johann Zenk. Sie erhielten als kleine Erinnerung einen Feuerwehrkrug überreicht. Vier neue Mitglieder wurden aufgenommen: Alexander Dinkel, Alexander Zenk, Elias Hümmer und Holger Jakob.

Auch einen Rückblick auf die Besonderheiten des vergangenen Jahres gab es zu hören. Simon Hümmer berichtete unter anderem von fünf Einsätzen, bei denen die Stublanger ausrücken mussten: je ein Flächen- und ein Kleinbrand, eine technische Hilfeleistung, eine Alarmierung aus der Reha-Klinik in Schwabthal sowie die Beseitigung eines umgestürzten Baumes.

Die Feuerwehr hatte erstmals zu einer großen Blaulichtparty eingeladen. Mit einigen Verbesserungen soll diese auch heuer stattfinden, angedacht ist der 8. Mai. Auch der Preisschafkopf, der im vergangenen Jahr sehr gut angenommen worden war, geht 2020 in die nächste Runde. Datum ist der 13. Juni. Termine für die bevorstehende Leistungsprüfung und den Erste-Hilfe-Kurs werden intern bekanntgegeben. Fest steht der Termin für das Patronatsfest: Am 19. Januar treffen sich die Mitglieder der FFW in Uniform um 9.15 Uhr zur Kirchenparade, informierte Simon Hümmer.

Noch durfte sich da der "Heiner" aber nicht zurücklehnen. Der neue Vorsitzende hatte nämlich noch etwas mit ihm vor: "Ich schlage der Versammlung vor, den ,Heiner‘ zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen", sagte er. Der spontan einsetzende Beifall bestätigte das. So blieb Heiner Kunzelmann quasi als letzte Amtshandlung noch ein persönliches Schlusswort: "Wir hatten Höhen und Tiefen, manchmal schöne Feste und manchmal heiße Sitzungen. Wenn's drauf ankommt, sind aber alle da." ds