Der Abstand wird zwar größer, doch auch die Nähe wächst
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Adelsdorf, Montag, 23. März 2020
Nun sitze ich die meiste Zeit zu Hause, wo ich doch gewohnt bin, fast jeden Tag ins Dorf zu gehen, meinen Cappuccino im Café in Adelsdorfs Zentrum zu genießen, mit Freunden zu plaudern- einfach, nette...
Nun sitze ich die meiste Zeit zu Hause, wo ich doch gewohnt bin, fast jeden Tag ins Dorf zu gehen, meinen Cappuccino im Café in Adelsdorfs Zentrum zu genießen, mit Freunden zu plaudern- einfach, nette Menschen zu treffen.
Und nun? Café zu, fast alle Geschäfte zu, mit Freunden, die ich kaum noch treffe, in einem Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ein paar Worte austauschen.
Der Frühling ist da. Er kümmert sich nicht um das Corona-Virus. Überall spitzen die ersten Frühlingsboten aus der Erde. Die gelben Forsythien leuchten verlockend. Es könnte so schön sein!
Mein einziger Spaß ist es - im Moment noch - bei diesem herrlichen Wetter über die Aischwiesen zu walken. Sollte mir jemand, was selten ist, entgegenkommen, bemühe ich mich den vorgeschriebenen Abstand einzuhalten, grüße aber jeden freundlich.
Zuhause wartet dann viel Zeit auf mich. Eigentlich könnte ich jetzt mit dem Frühjahrsputz anfangen. Die Gelegenheit ist gut.
Außerdem weist mich die Sonne, die neugierig durch die Fenster scheint, eindringlich darauf hin, dass sie fast blind sind. Sie rufen förmlich danach, geputzt zu werden.
Ich müsste auch wieder einmal ausmisten. Viele Dinge haben sich auf meinem Schreibtisch angesammelt, die zum großen Teil entsorgt werden müssten. Im Regal stapelt sich auch Unnützes und Unwichtiges, was schon lange weg kann. Auch mein Kleiderschrank ruft nach Ordnung.