"Fressen die Kühe auch Heu?" Mit dieser und ähnlichen Fragen ist Heidi Lindner auf ihrem Bauerhof gelöchert war. Die beiden Kindergärten St. Otto und Laurentius besuchten mit rund 30 Kindern den Bauernhof und wollten fast nicht mehr gehen, so interessant war es.
Auslöser des Besuches eines Bauernhofes waren die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbandes, die zur Auftaktveranstaltung einluden. In den nächsten Tagen werden 1140 Kinder in 18 Höfen des Landkreises unterwegs sein. "Über dieses Engagement der Bauernfamilien freuen wir uns sehr", meinte die stellvertretende Kreisbäuerin, Dagmar Hartleb.
Bei den Lindners bewirtschaftet die gesamte Familie als einer der noch wenig verbleibenden Bauernhöfe in Ebersdorf rund 200 Hektar Land, vorwiegend im Ackerbau und der Milchwirtschaft. 60 Kühe stehen im Stall, dazu kommen 40 Jungrinder. Der Besuch der Kleinen war für sie schon sehr spannend. Standen sie doch unter anderem vor einer automatischen Melkanlage und erlebten live, wie sich die Kühe freiwillig und von sich aus melken ließen.
Daneben erläuterte Heidi Lindner mit Engelsgeduld die Erzeugung der Ursprungsprodukte der Lebensmittel unter der Devise: "Wo wächst mein Mittagessen?" Dazu sagte der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Martin Florschütz: "Viele Kinder haben auf dem Hof zum ersten Mal Kontakt mit Kühen, sehen, wie sie gefüttert werden, und hören zum ersten Mal, woher Milch und Eier kommen."
Zufrieden zeigte sich BBV-Geschäftsführer Hans Rebelein: "Leider haben die Kinder keinen Bezug mehr zur Landwirtschaft. Dieses Vorhaben soll dem entgegenwirken." Dass dies gelungen war, zeigte die Begeisterung der Kleinen, die voller neuer Eindrücke und Erlebnisse wieder den Bauernhof verließen. Lothar Weidner