Das Markenzeichen heißt "Fair-Play"
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Birnbaum, Donnerstag, 27. Juli 2017
Welche Höhen und Tiefen ein Fußballclub erleben kann, wurde bei der 50-Jahr-Feier des FC Birnbaum deutlich. Zwar hielten sich die Erfolge auf dem Rasen in G...
Welche Höhen und Tiefen ein Fußballclub erleben kann, wurde bei der 50-Jahr-Feier des FC Birnbaum deutlich. Zwar hielten sich die Erfolge auf dem Rasen in Grenzen, doch in Sachen Fairness wurde der Jubelverein zu einem Aushängeschild. Als 1985 erstmals im Kreis Kronach der Fairnesspokal ins Leben gerufen wurde, holte in den folgenden 25 Jahren der FC Birnbaum nicht weniger als 22 Mal den ersten Platz.
Beim Festkommers betonte Vorsitzender Klaus Münzel, dass der Fair-Play-Gedanke schon immer ein Markenzeichen des FC Birnbaum gewesen sei. Bei seinem Blick in die Vereinsgeschichte erinnerte er daran, dass im März 1967 sportbegeisterte Freunde den Verein gründeten und mit einer Mannschaft das Rennen um Punkte aufgenommen wurde. Dies sei auch möglich gewesen, weil der seinerzeitige unermüdliche Spielleiter Siegfried Kotschenreuther vieles in Bewegung setzte. So wurde das Team auch mit Akteuren aus der Bundeswehrkaserne Hammelburg bestückt. Stolz war man darauf, dass zudem mit Reinhard Kräußling ein Bayernligaspieler vom FC Kronach als Verstärkung gewonnen werden konnte. Aus dieser Mannschaft kristallisierte sich Hermann Kotschenreuther heraus, der in der Folgezeit den FC Birnbaum als Schiedsrichter über den Landkreis hinaus bekannt machte. Allerdings hielt die Euphorie nur drei Jahre, denn das Team musste wegen Spielermangels aufgelöst werden. 1974 konnte zwar der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden, doch müssten die folgenden Jahre als Lehrjahre für die Mannschaft bezeichnet werden. Ein erster Erfolg stellte sich in der Saison 1979/1980 mit der Erringung der Vizemeisterschaft ein. In der Spielserie 1987/88 verzeichnete der FC seinen bislang größten sportlichen Erfolg mit dem Titelgewinn in der damaligen C1-Klasse und dem damit verbundenen Aufstieg in die B-Klasse. Als 1992 das 25-jährige Bestehen gefeiert wurde, spielte die Mannschaft von da an wieder in der C-Klasse (jetzt A-Klasse).
Großzügige Birnbaumer
Die 90er Jahre standen im Zeichen der Sportplatzplanung und Verwirklichung. Unter dem damaligen Vorsitzenden Alfred Kotschenreuther wurden die Pläne vorangetrieben. Klaus Münzel, der schließlich selbst mit für die Umsetzung sorgte, sagte hierzu: "In einer wohl einmaligen Aktion wurde durch vielfältige Eigenleistungen, großzügigen Spenden der Birnbaumer Bevölkerung und ohne staatliche Fördergelder in den Jahren 1997 bis 1999 dieser Traum verwirklicht und ein neues Sportgelände errichtet." Auf sportlichem Gebiet erfolgte schließlich 2012 mit der zweiten Mannschaft der DJK/SV Neufang ein Zusammenschluss. Da sich diese Spielgemeinschaft konstant im Spielbetrieb behaupten kann, war es für beide Vereine eine Win-Win-Situation.Den Reigen der Glückwunschredner eröffnete Bürgermeister Gerhard Wunder, der hinsichtlich der Fairness meinte, dass, wenn es eine Champions-League geben würde, hier der FC Birnbaum eine führende Rolle spielen würde. Landrat Klaus Löffler führte aus, dass der Verein aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements durchaus auf die Vergangenheit aufbauen könne. Besonders hob er dabei den ehemaligen Gemeinderat und Vorsitzenden Alfred Kotschenreuther, der insgesamt 22 Jahre lang an der Spitze stand, hervor. BLSV-Kreisvorsitzender Karl-H. Fick bezeichnete das FC-Gründungsjahr 1967 als ein bedeutendes Ereignis für die gesamte Dorfgemeinschaft von Birnbaum. Während Fick die Ehrenurkunde für das 50-jährige Vereinsbestehen übergab, händigte Kreisspielleiter Egon Grünbeck die Urkunde im Namen des Bayerischen Fußballverbandes aus.
Neben den beiden Auszeichnungen für den Verein wurden auch noch zahlreiche Mitglieder geehrt. Für 50-jährige Vereinstreue wurden geehrt: Hermann Angles, Josef Angles, Bruno Fischer, Siegfried Kolb, Albin Kotschenreuther, Hermann Kotschenreuther, Werner Kotschenreuther, Reinhard Kräußling, Albin Deuerling und Eugen Gareis.
Seit 40 Jahren sind Mitglieder Reinhold Beetz, Hubert Deuerling, Gottfried Ebertsch, Josef Gareis, Siegmund Kolb, Hermann Kotschenreuther, Herbert Müller, Martin Münzel und Robert Wachter.
Vom BFV wurde Edgar Kotschenreuther mit dem Verbands-Ehrenzeichen in Gold für seine 20-jährige Tätigkeit als Spielleiter ausgezeichnet.
Für 40-jährige Mitgliedschaft und für eine zehnjährige Vorsitzendentätigkeit erhielt Heinz Kolb das Ehrenzeichen in Silber mit Gold und die Verdienstnadel in Bronze mit Kranz. Für seine 20-jährige Tätigkeit als Kassierer wurde Marco Kotschenreuther die Verdienstnadel in Silber mit Gold angeheftet. Für eine 25-jährige Tätigkeit als 1. und 2. Vorsitzender wurde Klaus Münzel ausgezeichnet.
Für seine 50-jährige Mitgliedschaft und für eine 30-jährige Tätigkeit als 1. und 2. Vorsitzender sowie als Schriftführer erhielt das Ehrenzeichen in Gold sowie die Verdienstnadel in Gold mit Kranz Ehrenvorsitzender Alfred Kotschenreuther.
Der "Vater des Vereins"
Klaus Münzel über den Geehrten: "Man kann sagen, dass er der Vater des Vereins ist. Er hat in den vergangenen 50 Jahren immer mindestens ein Ehrenamt ausgeführt."Eingeleitet wurden die dreitägigen Festlichkeiten mit einem "Spiel ohne Grenzen", bei dem vor allem Geschicklichkeit gefragt war. Es siegten die Damen vom "Deutschen Sekt-Verein" vor den "Berme Schtäggelalaafe", dem Team "Für Rum & Ehre" sowie den Musikanten. An zwei Tagen gingen Fußballbegegnungen mit 27 erzielten Toren über die Bühne. Hans Franz