"Da brennt die Hütte", hofft Michaela Wagner. Die Höchstadterin, neue Pächterin der Vestenbergsgreuther Freizeitanlage mit Sommerrodelbahn, setzt große Hoffnung auf die Ferienzeit. Dann sollte der Andrang auf der Anlage sehr groß sein. Dabei schließt die junge Mutter aus Höchstadt aus ihrer eigenen Erfahrung auf andere Eltern: Die schönste Zeit sei doch, wenn der Nachwuchs glücklich und gut beschäftigt sei, während sich die Eltern ein wenig Ruhe gönnen können.

Idealerweise bei schönem Wetter, einer Brotzeit mit Bier auf einem fränkischen Keller. Das ist auch ganz im Sinne von Bürgermeister Helmut Lottes (CSU/UB), der quasi der Hausherr der Freizeitanlage ist. Die Gemeinde habe die Anlage neu verpachtet, weil man nach einem anderen Konzept gesucht habe, sagt Lottes. Der Betrieb und die Öffnungszeiten seien bislang fast ausschließlich auf die Freizeitanlage ausgerichtet gewesen. Künftig möchte die Gemeinde einen Kellerbetrieb mit typisch fränkischen Kellerbrotzeiten und den üblichen Öffnungszeiten haben.

Wirtin will jeden Tag öffnen

Sieben Tage in der Woche will Michaela Wagner die Anlage für ihre Gäste öffnen. Mithilfe ihres Partners, etlichen Mitarbeitern und ihrer Familie. Denn von ihr hat die junge Frau vermutlich das Gastro-Gen geerbt: Papa ist gelernter Koch, die Eltern waren schon mal die Wirtsleute am Voggendorfer Keller. Michaela selbst war zwar noch nie selbstständig, hat aber als Servicekraft in der Gastronomie Erfahrung gesammelt. Für "ihren" Keller hat sie den Kopf schon voller neuer Ideen, Cocktailabende und Musikevents eingeschlossen. Die schöne Bühne lädt geradezu dazu ein.

Offiziell läuft der Pachtvertrag mit der Gemeinde von Mai bis September. "Während dieser Zeit muss auch das Geld verdient werden", gibt Bürgermeister Lottes zu bedenken. Wenn das Wetter passt, soll es nach der neuen Pächterin möglichst schon im April losgehen.

Ein "Einstiegsjahr"

Eigentlich habe die Sommerrodelbahn den Ausschlag dafür gegeben, dass sie um die Pacht der Anlage beworben habe, sagt Wagner. "Die Rodelbahn hat mich total gereizt." Zumindest in den Ferien wird sie täglich ab 11 Uhr und - je nach Wetter und Betrieb - bis 20 Uhr geöffnet haben. Die "klassischen", vor allem von Familien mit Kindern nachgefragten Gerichte - Schnitzel und Pommes, Currywurst, Bratwürste - werden natürlich auch bei ihr auf der Speisekarte zu finden sein. Daneben soll jedoch besonderer Wert auf "Kellerbrotzeiten" gelegt werden. Auch auf die Vegetarier unter ihren Gästen will sich die junge Wirtin einstellen. Keine Veränderung soll es jedoch beim Bier geben, das nach wie vor aus einer mittelfränkischen Brauerei bezogen werden soll.

"Wir wollten das fränkische Kellerkonzept wiederbeleben", sagt Bürgermeister Lottes. Für die neue Pächterin sei die Saison 2020 ein "Einstiegsjahr". Danach könne sie überlegen, ob sie die Anlage weiterführen möchte. Lottes und seine Gemeinderäte verbinden mit dem Betrieb der Anlage auch den neu angelegten Schaukelweg, einer weiteren Attraktion sowohl für Gäste als auch für Einheimische. Die offizielle Eröffnung des Schaukelwegs ist für den 8. Mai geplant.