Mehr als zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen deutschlandweit jährlich im Müll. Das entspricht einem Drittel der gesamten Produktion. Hochgerechnet entsorgt jeder Haushalt pro Jahr Lebensmittel im Wert von 450 Euro in den Müll. Norbert Heimbeck von der Genussregion Oberfranken warb deshalb beim ersten Ernährungsstammtisch im Café Stamm für mehr Wertschätzung heimischer Produkte.

Die Menschen müssten ein Einkaufserlebnis haben und "Selber kochen" als Erlebnis wahrnehmen, nicht als Last, forderte Heimbeck. Außerdem wäre es von Vorteil, wenn der Fleischkonsum gesenkt werden würde. 300 Gramm Fleisch pro Woche werden von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen. Aktuell verzehren die Menschen aber 1,3 Kilo pro Woche. Beim ersten Ernährungsstammtisch kamen nicht nur die Mitglieder des Kulmbacher Ernährungsrates zusammen, sondern auch Interessierte des Campus sowie ein Landwirt. "Wir wollen die Ernährung regionaler, nachhaltiger und ökologischer machen", erklärte Brigitte Lauterbach zum Auftakt.

Dabei gehe es aber nicht nur um Direktvermarktung, um Ideen wie die Marktschwärmerei. Bei dieser Initiative sollen landwirtschaftliche Produkte bequem online bestellt werden können und dann vom Mönchshof Bräuhaus direkt an die Verbraucher gehen. Ab Ende Mai soll es die Marktschwärmerei in Kulmbach geben. Juniorprofessorin Tina Barthelmeß vom Campus bot eine wissenschaftliche Begleitung der Aktivitäten rund ums Thema Ernährung an. Franziska und Klaus Bartels brachten das eigene Gasthaus in Langenstadt, das jetzt erhalten werden soll, ins Gespräch. Dort könnten regionale Kochkurse stattfinden, um die Verarbeitung heimischer Produkte zu erklären. Als Vertreter der Landwirtschaft machte sich Marcus Krehan für eine verstärkte Aufklärung der Konsumenten stark. so