Gleich zwei Hochkaräter ehrte der SPD-Ortsverein Himmelkron/Gössenreuth für 40 Jahre Zugehörigkeit zur Partei: Hans Schottenham und Klaus Gumtow. Die Ehrung nahm Kreisvorsitzende und Landtagsvizepräsidentin Inge Aures bei der Weihnachtsfeier im Gasthaus Hartmann vor. Für 25 Jahre wurde Doris Hoppert geehrt.
Mit Thomas Bauske hatte Inge Aures auch einen Überraschungsgast dabei, der sich als SPD-Kandidat für die Bundestagswahl im kommenden Jahr vorstellte.
Inge Aures nahm sich vor allem die Landespolitik zur Brust und hier das jüngst verabschiedete bayerische Integrationsgesetz: "Eines möchte ich ganz deutlich sagen, dass wir als SPD mit ganzer Kompetenz und in aller Sachlichkeit die Punkte debattiert haben. Wir haben in allen Punkten, die zur Änderung anstanden, aufgezeigt, dass es ein Gesetz ist, das nicht fördert und fordert, sondern eben nur fordert und weiter nichts."


Gesetz mit vielen Macken

Wenn man von einem Asylsuchenden verlange, er müsse eine Strafe bezahlen, wenn er seinen Sprachkurs nicht wahrnehme, obwohl der Staat gar nicht in der Lage sei, Deutschkurse anzubieten, "dann ist das einfach aus unserer Sicht verfassungswidrig", betonte die Abgeordnete. Das ganze Gesetz habe "so viele Macken und so viele verfassungswidrige Ansätze", dass er vor dem Verfassungsgericht keinen Bestand haben werde. "Dann wird das Gesetz wieder aufgehoben und muss wieder neu gefasst werden", prognostizierte die Rednerin.
Die ersten Klagen habe die Gewerkschaft bereits angekündigt. Die Abgeordnete bedauerte, dass alles, was die SPD im Landtag mache, von der Öffentlichkeit oft gar nicht wahrgenommen werde. "Alle unsere guten Anträge landen ja dank der Mehrheit der CSU im Papierkorb." Durch die "Riesendebatte " über das Integrationsgesetz habe man wieder einmal Aufmerksamkeit erzeugt. "Es wurde wahrgenommen, dass hier ein Gesetz debattiert wurde, das nach unserer Ansicht verfassungswidrig ist. Unsere Mitglieder sollen wissen, für was wir kämpfen, nämlich für die demokratischen Ziele."
In einem kurzen Statement stellte sich Thomas Bauske vor, der für die SPD im Wahlkreis Kulmbach 2016 für den Bundestag kandidieren wird.


Kandidat in der Awo aktiv

Bauske ist derzeit am Graf-Münster-Gymnasium Bayreuth als Oberstudienrat tätig. Seine ersten Gehversuche in der Politik unternahm er 2003, seit 2014 ist er im Stadtrat vertreten, seit 1. Januar 2015 als Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. "Nachdem man ja der Gesellschaft irgendwas zurückgeben muss, habe ich mich entschieden, mich aktiv bei der Awo zu engagieren, in der ich in Bayreuth der Vorsitzende bin."
Thomas Bauske fand es toll, dass beim SPD-Parteitag in Nürnberg die gute Arbeit der SPD-Landtagsfraktion gebührend honoriert worden sei. Was die nächste Bundesregierung angeht, war er überzeugt: "Es geht mit den Schwarzen nicht mehr zusammen! Das ist mein absoluter Ernst und wir brauchen jetzt wirklich eine klare Mehrheit auf der linken Seite, um etwas im Land zu verändern. Ich habe schon den Eindruck, dass es auch die Bevölkerung spürt, dass es so nicht mehr weitergehen kann." Die habe zwar in der großen Koalition einiges erreicht, zum Beispiel den Mindestlohn. Aber es gebe noch viele Ziele: "Nennen wir bloß den gleichen Lohn für gleiche Arbeit und damit die unterschiedliche Bezahlung von Mann und Frau. Das wird mit CDU und CSU nicht gehen." Rei.