Die Sonne lacht, die Biker geben Gas. Damit alles rund läuft, kontrollieren jetzt speziell geschulte Polizisten.
Der Sommer und das anhaltend schöne Wetter in den vergangenen Wochen lockt immer mehr Motorradliebhaber auf ihre Maschinen.
Das Problem: Nicht alle setzen dabei auf Sicherheit und auf die Straßenverkehrsordnung. Im Jahr 2017 gab es in Bayern 8996 Motorradunfälle. Im ersten Halbjahr 2018 sind es bereits 4023. Die Polizei in Oberfranken trägt dieser Entwicklung nun Rechnung. Sie hat am 27. Juli die sogenannte Motorradkontrollgruppe ins Leben gerufen. "Es geht ja nicht darum, die Motorradfahrer zu piesacken oder zu gängeln. Es ist zu ihrer eigenen Sicherheit", erklärt Marco Kieglsteiner von der Polizei Oberfranken.
Der ersten Kontrolle in Heiligenstadt, Neumühle sollen daher noch viele weitere folgen. "Momentan sind wir zehn Motorradkontrollgruppen in Oberfranken. Bei einer Kontrolle sollen aber, so ist das Ziel, immer mindestens vier Beamte vor Ort sein", erklärt Kieglsteiner.
Fachkenntnisse nötig
Insbesondere die technischen Veränderungen an den Maschinen würden besondere Anforderungen an die Kontrollbeamten stellen und setzen versierte Fachkenntnisse voraus. "Der Vorteil ist: Die meisten Beamten sind selbst Motorradfahrer und schrauben in ihrer Freizeit an ihren eigenen Maschinen. Daher fällt es ihnen viel leichter, illegale Modifizierungen zu erkennen", sagt Marco Kieglsteiner. Aber nicht nur privat müssen sich die Beamten weiterbilden: Auch vonseiten der Polizei werden verschiedene Lehrgänge angeboten. So können erfahrene Polizisten ihre Motorradfachkenntnis an Kollegen weitergeben.
Und diese Fachkenntnis zahlt sich aus: Bereits wenige Minuten, nachdem die Polizisten Stellung bezogen haben, halten sie auch die ersten Motorräder an und finden eine Modifizierung. Bei einem Fahrzeug wurde der sogenannte DB-Killer entfernt, was die Maschine deutlich lauter werden lässt. Dieser Verstoß kostet den Fahrer 180 Euro. "Blöd, dass sich die Polizei jetzt auch auskennt", meinte er dazu nur trocken. Insgesamt mussten drei Fahrer ihr Bike stehen lassen. Nach einer Stunde kommen kaum noch Motorräder vorbei. Kieglsteiner nimmt's mit Humor: "Die werden schon Bescheid bekommen haben. Aber so ist das eben, dann wechseln wir ebenfalls den Standort." Denn er ist der Ansicht: "Das Wichtigste ist, die Straßen sicherer zu machen. Denn häufig wissen die Motorradfahrer gar nicht, welchen Gefahren sie sich aussetzen."