Trotz der langen Corona-Zwangspause haben die Schülerinnen und Schüler der städtischen Musikschule das Musizieren nicht verlernt. Das wurde sehr deutlich beim Musikschultag. Ein Höhepunkt war der Auftritt des städtischen Jugendblasorchesters unter Leitung von Thomas Reuß auf dem Parkplatz der Musikschule.

Zahlreiche Eltern, Großeltern und Freunde ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, das Orchester endlich wieder einmal zu hören und viel Beifall zu klatschen. Die Stimmen aus dem Publikum waren natürlich allesamt positiv. Der 29-jährige Dominik Schneider zum Beispiel fasste seinen Eindruck in einem kurzen Satz zusammen: "Grandios, es hat großen Spaß gemacht, zuzuhören". Er ist seit 2011 Berufsmusiker bei einer Einheit der Luftwaffe in Münster. Seine Musikerkarriere hatte allerdings Jahre vorher in der Jugendmusikschule und im Jugendblasorchester Münnerstadt begonnen. Wenn es zeitlich klappt, möchte er bei einem der nächsten Konzerte wieder einmal mitspielen.

Günter Köth gründete 1964 zusammen mit Lindhorst Saar das erste Jugendblasorchester. "Schon damals hatten die Musikerinnen und Musiker die schmucken Uniformen, mit denen sie überall auffallen", freut er sich und fügt hinzu "die Leistungen sind wirklich toll". Maria Knauff, die Sprecherin des Freundeskreises Städtepartnerschaft Stenay-Münnerstadt, schwelgte beim Zuhören in Erinnerungen: "Ich habe vor über 40 Jahren, als ich 16 war, im Jugendblasorchester Klarinette gespielt". Michael Kastl war in Doppelfunktion da: einerseits als erster Bürgermeister (CSU), andererseits als Vater zweier Töchter, die im Orchester mitspielen. Er ist sehr froh, dass nun wieder Auftritte möglich sind, "weil das zum Musizieren einfach dazugehört". Extra für ihn hatte das Orchester übrigens kurzfristig den Hohenfriedberger Marsch eingeübt. "Es ist bei uns Sitte, dass zum Repertoire auch das Lieblingsstück des Bürgermeisters gehört" , erklärte Thomas Reuß dazu. Der Direktor der Musikschule freute sich sehr darüber, dass das Jugendblasorchester endlich wieder einmal auftreten konnte. Erst vor fünf bis sechs Wochen wurde wieder mit den Proben begonnen. Die Zuhörer merken davon nichts.