Im Zuge der Novemberhilfe sind bisher rund vier Millionen Euro an Unternehmen im Landkreis Kulmbach ausbezahlt worden. Hinzu kommen über 1,4 Millionen Euro, die als Überbrückungshilfe II geflossen sind. Michael Möschel, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach, zeigt sich erleichtert, dass die Auszahlung nach einem holprigen Start nun zügig erfolgen konnte.

"Einigen Unternehmen steht das Wasser bis zum Hals. Es ist wichtig, dass die Auszahlungen nach den Startschwierigkeiten nun tatsächlich bei den Betroffenen ankommen", so Möschel. Die Anträge für die Dezemberhilfe, die Neustarthilfe und die Überbrückungshilfe III müssten nun ähnlich schnell geprüft und bewilligt werden.

Mit der Überbrückungshilfe II bezuschusst der Bund die laufenden Fixkosten von Selbstständigen und Betrieben im Zeitraum September bis Dezember 2020. Im Wirtschaftsraum Kulmbach wurden hier bislang über 1,4 Millionen Euro an 75 betroffene Betriebe ausgezahlt. Knapp eine halbe Millionen Euro gingen an Unternehmen im Wirtschaftszweig "sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen". Dazu zählen unter anderem Reisebüros sowie Event- und Messeveranstalter. Fast 260 000 Euro erhielt das verarbeitende Gewerbe. 86,2 Prozent der Anträge wurden positiv beschieden, 91,7 Prozent der beantragten Gelder bisher ausbezahlt. Die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe II endete am 31. März.

Bei der Novemberhilfe erstattet der Staat bis zu 75 Prozent der ausgefallenen Umsätze für Betriebe, die während des Teil-Lockdowns im November schließen mussten. Betroffen waren vor allem Hotels, Gaststätten, Fitnessstudios, Freizeiteinrichtungen, die Reisebranche und Veranstalter. Insgesamt wurden bisher rund 270 Anträge auf Novemberhilfe im Landkreis Kulmbach mit einer Gesamtfördersumme von knapp vier Millionen Euro bewilligt. Bis Mitte März flossen davon rund 63 Prozent in das Gastgewerbe, gefolgt von fast 19 Prozent in den Wirtschaftszweig "sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen". 88,5 Prozent der Anträge wurden positiv beschieden, 88,4 Prozent der beantragten Gelder bewilligt und ausbezahlt. Anträge auf Novemberhilfe können noch bis Ende April gestellt werden.

Klare Perspektiven nötig

Für die Wirtschaft mahnt Möschel nun klare Perspektiven an. Seit einem Jahr bestimme die Corona-Pandemie das öffentliche Leben, einige Branchen seien in ihrer Existenz bedroht. "Die Corona-Hilfen haben die Zahlungsfähigkeit für viele Betriebe gesichert, aber die staatlichen Hilfen werden nie alle entstandenen Verluste abdecken können. Was die Unternehmen jetzt brauchen, ist Planungssicherheit", so der IHK-Vizepräsident. Eine durchdachte Test- und Impfstrategie sei hierfür entscheidend. red