Unter dem Titel "Coburger Scheiterhaufen" erinnern die Stadtbücherei Coburg und der Arbeitskreis "Lebendige Erinnerungskultur" am Sonntag, 7. Mai, um 18.30 Uhr in der Stadtbücherei Coburg, Herrngasse 17, an die Bücherverbrennung am 7. Mai 1933 in Coburg.
Die Darstellung der historischen Ereignisse in Coburg wird ergänzt durch Texte "verbrannter" Schriftsteller. Textauswahl, Moderation und Präsentation haben Franziska Bartl, Edmund Frey und Brigitte Maisch übernommen. Der Eintritt ist frei.
Vor 85 Jahren brannten in vielen deutschen Städten die Scheiterhaufen, auf denen deutsche Studenten so genannte "Schund- und Schmutzschriften", "marxistische Literatur", "Asphaltliteratur" und "undeutsches" Schrifttum unter dem Beifall der Menge und geschützt durch Polizei und SA-Truppen vernichteten.
In Coburg war dafür die "Hitlerjugend" unter Anleitung ihres Unterbannführers und Leiters der Volksbücherei, Studienrat Franz Heimberger, verantwortlich. Auch in Coburg fand dieser barbarische Akt öffentlich statt.
Nach dem Kirchgang in St. Moriz zog man "mit klingendem Spiel" durch die Stadt und entzündete im nach dem Schlossplatz gelegenen Hof der Ehrenburg am neu geschaffenen "Tag der Jugend" in Bayern den Scheiterhaufen. Verbrannt werden sollten Schriften "jeglichen marxistischen, pazifistischen und demokratischen" Inhalts. Nach Empfehlung des Beauftragten der HJ beim bayerischen Staatsministerium erhielt die Coburger Hitlerjugend vom Polizeiamt der Stadt Coburg entsprechendes Material. Es handelte sich dabei möglicherweise auch um Schriften, die Studienrat Heimberger als Beauftragter des Stadtrates in kommerziellen Leihbüchereien beschlagnahmt hatte. Dazu gehörte der Verfasser erotischer Romane Pittigrilli, aber auch Autoren wie Erich Maria Remarque, Vicki Baum und Heinrich Mann. red