Wo auch Verlierer gewinnen
Autor: Coburger Tageblatt
, Freitag, 17. Juli 2026
Zur Besinnung
Der Teufel besucht Petrus und fragt ihn, ob man nicht mal ein Fußballspiel Himmel vs. Hölle machen könne. Petrus hat dafür nur ein Lächeln übrig: „Glaubt ihr, dass ihr auch nur die geringste Chance habt? Sämtliche guten Fußballspieler sind im Himmel: Pele, Maradona, Fritz Walter, Beckenbauer ..." Der Teufel lächelt zurück: „Macht nix, wir haben alle Schiedsrichter!"
Den uralten Kampf zwischen Licht und Dunkel stellten schon die Mayas im Spiel „Pok ta pok“ nach, wobei das Hochhalten des Balles die Sonne daran hindern sollte, auf ihrem täglichen Weg vom Firmament herunterzufallen.
Die Sieger aber wurden den Göttern geopfert, „vergöttert“.
Später war bei den alten Griechen der Sport eine Form des Gottesdienstes, eine Feierstunde der Schönheit in der hässlichen Welt. Heutzutage findet man mehr singende, begeisterte Männer im Stadion als in der Kirche. Sind wir Gläubige denn von unserer Sache, unserem Glauben, so begeistert, dass die Begeisterung aus allen Knopflöchern herauskommt?
Vielleicht sollten wir Spaß und Bewegung aus dem Sport hineinholen in unsere kirchlichen Aktivitäten. Und doch ist Religion mehr! Bieten „erlösende“ WM-Tore Glück für Stunden, verspricht Gott ein Tor zu paradiesischer, immerwährender Freude. Und ausgeschiedene Mannschaften wie zuletzt England oder nicht nominierte Nationalspieler wie Niclas Füllkrug zeigen: Drinnen oder draußen – die Plätze sind limitiert. Man gehört dazu, oder eben nicht. Ein Phänomen, das wir auch aus der Gesellschaft kennen. Der Fußball-Gott schweigt – ein stummer Götze, der den Menschen das Leben vorübergehend mit Lebensinhalt füllt.
In Jesu Team ist Platz