Druckartikel: „Wird sicher ein Riesen-Event“

„Wird sicher ein Riesen-Event“


Autor: Coburger Tageblatt

, Dienstag, 14. Juli 2026

Im Landesliga-Eröffnungsspiel trifft Ebersdorf auf Coburg – rund 1000 Zuschauer werden erwartet
Trainer Jakob Engelmann und die Ebersdorfer starten gegen den FC Coburg in die Saison. Gunther Czepera


„Brilliant from the Boss!” Ob einer der beiden Landesliga-Trainer am heutigen Mittwoch nach dem Derby ebenfalls derart geadelt wird, wie Englands Trainer Thomas Tuchel von Superstar David Beckham nach dem 3:2-Sieg gegen Mexiko? Es ist zwar kein WM-Achtelfinale, das da ab 18.30 Uhr im Stadion am Hügelsee in Ebersdorf steigt.

Für die beiden Mannschaften hat die Partie aber eine große Bedeutung. Alle Spieler, aber vor allem auch die Funktionäre brennen förmlich auf den Anpfiff.

Das hat gleich mehrere Gründe: Sowohl Aufsteiger SC Sylvia Ebersdorf als auch Absteiger FC Coburg wollen nach der Vorbereitung unbedingt mit einem Erfolgserlebnis in die Spielzeit starten. Drei Punkte am ersten Spieltag der Landesliga Nordwest wären die Wucht und ein erster Fingerzeig, wohin die lange Reise gehen könnte. Bei sehr hohen Temperaturen erwartet die Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes also eine hitzige Auseinandersetzung.

Landesliga Nordwest

SC Sylvia Ebersdorf –

FC Coburg

Brisanz verspricht das Derby, zu dem der Gastgeber mehr als 1000 Fußball-Interessierte erwartet, auch wegen des „Stallgeruchs“. Denn fast jeder Ebersdorfer Spieler kickte schon beim FC Coburg, viele Jungs wurden sogar im Nachwuchsleistungszentrum ausgebildet.

Etliche Kicker verließen dann aber enttäuscht den Stadtverein, weil sie in der ersten Mannschaft zu selten zum Zug kamen und in Ebersdorf eine bessere sportliche Perspektive sahen. Andere zog es aber auch wegen der besseren finanziellen Bedingungen zur Sylvia, obwohl der FCC höherklassig spielte.

Mehr noch: Es kommt auch zu zwei Bruderduellen. Florian und Tobias Biemann sind Brüder, Tim und Lucca Oikonomidis sogar Zwillinge. Zudem engagierten sich Ebersdorfs Trainer Jakob Engelmann und der neue Sportliche Leiter Christian Tremel einst für den FCC.

Wie gesagt: Viel Brisanz – ein Imagespiel zwischen vielen guten oder ein paar nicht mehr ganz so guten Freunden. Ob es tatsächlich bereits um die Vormachtstellung in der Region geht, darf dagegen bezweifelt werden. Der Saisonverlauf wird zeigen, wer am Ende in der Tabelle die Nase vorne hat.

Zumal aus diesem Zweikampf durchaus auch ein Dreikampf werden kann, denn mit dem TSV Mönchröden (Auftaktspiel am Sonntag ab 15 Uhr zu Hause gegen die DJK Hain) kickt ein weiterer Lokalrivale in dieser Landesliga. Und die „Mönche” haben sich ebenfalls sehr viel vorgenommen.

Mit Neuzugängen zufrieden

Zu den Neuzugängen: In Ebersdorf ist Felix Lausch in aller Munde. Der 25-jährige Stürmer kam vom Landesliga-Absteiger FC Lichtenfels und überzeugte während der Vorbereitung mit drei „Buden”. „Er hat bei uns voll eingeschlagen. Aber wir sind mit allen unseren Neuen sehr zufrieden. Alle sind super integriert”, lobt Engelmann die Automatismen. Neben Lausch tragen Valentin Rom, Loris Simone und Tobias Biemann neuerdings das Sylvia-Trikot: „Alle Neuzugänge sind nah dran, alle könnten am Mittwoch in der Startelf stehen.” Und dann gibt Engelmann noch den Beckenbauer: „Schau mer mal. Das wird sicher ein Riesen-Event.” Die Vorfreude beim „Meistermacher” ist jedenfalls sehr groß.

Coburg sei ein „Wahnsinnsgegner” zum Auftakt – schließlich gibt gleich der Bayernliga-Absteiger seine Visitenkarte ab. „Wir werden alles auf dem Platz lassen, um zu bestehen”, verspricht Engelmann. Für ihn zählt am Saisonende ausschließlich der Klassenerhalt: „Für einen Aufsteiger kann es kein anderes Ziel geben!”

Die Vestekicker haben höhere Ambitionen, obwohl bei den „Roten” niemand vom direkten Wiederaufstieg spricht. Druck wird nicht aufgebaut, die junge Truppe soll sich schnell finden und dann guten, beherzten Offensivfußball zeigen. So die Vorgabe des Trainertrios.

Carl-Philipp Schiebel wird wieder von Fritz Kühnlenz unterstützt. Ex-Stürmer und FCC-Liebling David Reich ergänzt die Führungscrew.

Auch bei ihrer Mannschaft werden neue Gesichter in der Startformation auftauchen, schließlich haben mit den Civelek-Brüdern Aykut und Cankut sowie Cristian Fischer gleich drei wertvolle Offensivkräfte die Mannschaft verlassen.

Schmerzhaft waren zudem die Abgänge der beiden hochtalentierten Lucas Jakob und Jonas Kirchner. Auch Maximilian Kling und Valentin Rom kehrten den Vestekickern den Rücken. Ein großer Aderlass.

Wer in die Bresche springt, kann sich bereits am heutigen Abend zeigen – gerade vorne im Sturmzentrum dürfen die Zuschauer gespannt sein, wer für den Bayernliga-Absteiger aufläuft.

„Meine Jungs haben alle Power und können es kaum erwarten, dass es endlich losgeht”, sagt Schiebel. Große Stücke hält er auf Noa Schott (18 Jahre), der vom FC Eintracht Bamberg kam und auf Max Lanzendörfer (19). Beide haben Zug zum Tor.

Schott spielt weit vorne, Lanzendörfer kommt aus dem Zentrum. Beide trafen bei der missglückten Generalprobe am Wochenende beim FC Eintracht Rudolstadt ins „Schwarze” (2:2).

Missglückt deshalb, weil der Cheftrainer vom Auftritt seiner Jungs gar nicht begeistert war: „Wir können viel mehr, wir haben nicht gut gespielt.“

Das klingt ein wenig wie Thomas Tuchel nach dem 2:1-Sieg seiner „Three Lions” gegen Norwegen. Doch mit einem solchen Ergebnis wäre Schiebel in Ebersdorf sicher zufrieden. Und wer weiß, vielleicht sagt anschließend dann jemand: „Brilliant from the Boss!”

Die Spielerkader

SC Sylvia Ebersdorf: Knauer / ETW Lichtenstein – Weinreich, Pietsch, Friedrich, Seiler, Schmidt, Simone, Pleiner, Jacob, Nana Tonzi, Lausch, Bückreiß, Rom, G. Sener, Bernhardt, Zhuk, T. Oikonomides, T. Biemann, S. Sener - es fehlen: Schwarz, Balan, Klose (alle verletzt) / Trainer: Engelmann

FC Coburg: Krempel, Schliebitz, Heland, Scharf (alle Tor) – Batrachenko, F. Biemann, Carl, Geißendörfer, Graß, A. Guhling, R. Guhling, Hesse, Höhn, Hopf, Knie, König, Lanzendörfer, Miller. L. Oikonomides, Ötter, Schott, Späth, Straub, Tranziska, Wieczorek – es fehlt: Baur (Urlaub) / Trainer: Schiebel