Schneller, schärfer, griffiger
Autor: Coburger Tageblatt
, Dienstag, 07. Juli 2026
Wie die Saison 2026/27 zu einer runden Sache für die beiden Mönchrödener Fußballteams werden soll
Achim Engel war, ist und bleibt ein fanatischer Taktiker. Als Spieler hatte er sogar die Begabung, während der 90 Minuten derart aktiv einzugreifen, dass sich das System von einer Minute auf die andere änderte. Ohne dass es sein Trainer anordnete, schob er seine Nebenleute entweder gegen unsicher wirkende Mannschaften weiter nach vorn, um zu pressen, oder nach hinten, um den spielstärkeren Gegner kommen zu lassen. Inzwischen muss er sich nicht mehr über andere hinwegsetzen, denn Engel ist längst selbst der Chef. Jetzt gibt er die Kommandos beim Landesligisten TSV Mönchröden von außen.
Der Trainer der „ Mönche “ legt sehr viel Wert auf Taktik: „Wir müssen künftig variieren zwischen Ballbesitz-Fußball, Umschaltmomenten und Pressing. Aber wir müssen auch mal tiefer stehen und besser verschieben. Das alles müssen wir grundsätzlich beherrschen, weil die Gegner in der Landesliga einfach so unterschiedlich spielen und wir jetzt auch nicht das Team haben, das allen Gegnern das eigene Spiel aufdrücken kann.“
Hitzewelle erwischt
Viel Arbeit also für den Staff der „Wildpark-Truppe“. Die Vorbereitung auf die am Sonntag, 19. Juli, um 15 Uhr mit einem Heimspiel gegen die DJK Hain beginnende Punkterunde ist in vollem Gang. Das Trainingslager in Schlüsselfeld war nach den Worten Engels „ein bisschen schwierig, weil die Hitze uns da schon gebremst hat. Wir wollten da richtig Gas geben, auch an unserer Fitness arbeiten. Aber das ist natürlich schwierig bei 40 Grad.“ Das Testspiel gegen Burgebrach wurde abgesagt.
„Ausgebremst“ ist das Stichwort. Engel hat das größte Manko der letzten Runde längst ausgemacht: „Wir müssen einfach unser Spieltempo erhöhen. Das war in der Vergangenheit oft zu langsam. Wir haben zwar gut mitgehalten, aber die anderen agierten einfach noch handlungsschneller, schärfer und griffiger in ihrem Spiel, nach vorn klar, haben schneller die Räume überbrückt. Und genau das ist das Thema, an dem wir jetzt arbeiten.“
Seine Jungs hätten zu viele Gegentore kassiert, weil sie in Drucksituationen unnötig in Räume reingespielt hätten, in denen der Gegner schon lauerte: „Dort wurden wir dann gepresst, und die Gegner haben blitzschnell umgeschaltet.“ Man müsse einfach auch mal in einem „tiefen Block“ verteidigen, weil viele Mannschaften in der Landesliga nur auf Umschaltmomente warteten: Ballbesitz-Fußball ist nach Überzeugung des Chefanweisers zwar prinzipiell gut („Wir hatten auch den fünftbesten Sturm“), aber aufgrund der offensiven Spielweise seien seine „ Mönche “ viel zu oft ausgekontert worden. „Wir können auch nicht mehr einfach im Harakiri vorne draufgehen.“ Aber zu viele Ballkontakte und unnötige Ballstafetten bräuchte es auch nicht.