Lieber übers Feld statt durch Wald
Autor: Coburger Tageblatt
, Mittwoch, 22. Juli 2026
In ihrer Stellungnahme zum Netzentwicklungsplan legt die Gemeinde Weitramsdorf die Vorteile der Trasse über Thüringen dar. Ausführlich erörterte der Weitramsdorfer Gemeinderat am Montag eine mögliche Stellungnahme der Gemeinde zum Netzentwicklungsplan Strom der Bundesnetzagentur. Bürgermeister Hans Steinfelder informierte über die Bürgerversammlung in Weidhausen in der Vorwoche. Zwei Vorhaben gelte es zu unterscheiden: Den Netzausbau mit Neubau einer Hochspannungsleitung (P540) und den Neubau eines neuen Umspannwerks, für das Weidhausen infrage kommt. Gerechnet werde mit rund 30 Hektar Flächenbedarf.
„Als Landkreisgemeinde möchten wir uns mit unserer Stellungnahme mit der Gemeinde Weidhausen solidarisch zeigen“, sagte Steinfelder. Die dort vorgebrachten Bedenken teile Weitramsdorf, „auch wenn es bei uns hauptsächlich um die Leitungstrasse P540 geht“. Gerade weil deren Trasse noch nicht festliege, komme der bis 24. August laufenden Konsultationsphase große Bedeutung zu. Je fundierter und begründeter sie ausfalle, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Stellungnahme auch berücksichtigt werde. Laut Tennet werde die Bundesnetzagentur bis Ende 2026 entscheiden.
Betroffen oder nicht?
Sollte der Weg von Altenfeld über Schalkau nach Münnerstadt als kürzere Trasse über Thüringen führen und bei Schalkau die bestehende Infrastruktur durch ein weiteres Umspannwerk ausgebaut werden, wäre Weitramsdorf nicht betroffen. Anders als bei der zweiten Variante ab Mast 77 bei Schalkau: Sie würde am Greinberg sowie am Wildpark und Golfplatz in Tambach vorbeiführen. Für diese Alternative müssten zwischen 100 und 200 Hektar Wald gerodet werden, kritisierte Steinfelder. Diese Bedenken würden in der Stellungnahme vorgebracht und Alternativen aufgezeigt.
Anastasia Kleim (SPD) zeigt sich mit vielen Punkten einverstanden. „Es wäre nur schön, wenn wir das auch für die Windräder gemacht hätten“, kritisierte sie. Steinfelder hielt dagegen: „Zwei Windräder sind immer noch etwas anderes als eine Stromtrasse.“ Dominic Juck (SPD) war anderer Meinung: Die sechs Seiten an Stellungnahme müssten für die Neundorfer „wie Hohn klingen“, denn die Argumente träfen „eins zu eins“ auf die Windkraft zu. Steinfelder verwies auf die anfängliche Stellungnahme der Gemeinde.
„Das Projekt dient der deutschen Netzsicherheit und wird auf jeden Fall gebaut werden, die Frage ist nur, wohin“, lenkte Thomas Zapf (FW) die Diskussion wieder zurück aufs eigentliche Thema. Michael Rädlein (ÜPWG) und Thomas Rosenkranz (CSU) sprachen sich gegen die Rodung von Wald aus. Die Trasse solle doch besser über Felder verlaufen. Bei zwei Gegenstimmen wurde die vom Bürgermeister vorgeschlagene Stellungnahme beschlossen. Sie soll bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. bkn