Er verschandelt die Grünstreifen, Wiesen und Büsche neben Gehsteigen, Parkplätzen und Straßen: Herumliegender Abfall ist nicht nur ein ästhetisches...
Er verschandelt die Grünstreifen, Wiesen und Büsche neben Gehsteigen, Parkplätzen und Straßen: Herumliegender Abfall ist nicht nur ein ästhetisches Problem und stört die meisten Bürger, er schädigt auch die Umwelt.
Die Gruppe Laudato Si der katholischen Kirchgemeinde St. Marien und der evangelischen Kirchgemeinde Katharina von Bora samt Verstärkung durch einige Familienmitglieder machte sich am vergangenen Samstagnachmittag auf den Weg, um an verschiedenen Ecken im Stadtteil Coburg-Nord und auf der Lauterer Höhe Grünflächen und Gebüsch von achtlos Weggeworfenem zu befreien. Ausgestattet waren die elf Teilnehmer mit Schutzhandschuhen und Mülltüten, die vom Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb (CEB) gesponsert worden waren.
In einem Zeitraum von 75 bis 90 Minuten füllten sie sage und schreibe zwölf Säcke mit Unrat, darunter Zigarettenkippen und -filter, Essens- und Getränkeverpackungen, Papiertaschentücher, Glasflaschen und -scherben, Plastiktüten und -fetzen, Corona-Masken und Tablettenhülsen, Fahrradteile.
Die erstaunlichsten Fundstücke
„Ich hab’ ein Feuerzeug gefunden, das sogar noch funktioniert“, berichtete Josias und staunte, dass jemand so etwas einfach wegwirft. Kathrin las eine Spraydose mit hochentzündlichem Gas und ein Adapter mit Kabel auf, Robert entdeckte ein verrostetes, ausrangiertes Eisenbahnsignal, welches zum Tragen allerdings zu sperrig und schwer war. Eine offene Motoröl-Flasche, aus der die Flüssigkeit am Herauslaufen war, sammelte Jörg ein. Darüber hinaus wunderte er sich über den bereits porösen Zustand des vielen Plastikabfalls : „Daran sieht man deutlich, wie das Material zerfällt – und nicht verrottet oder gar verschwindet – und letztendlich in seinen Einzelteilen, oftmals Mikroplastik , erhalten bleibt.“
Die Bilanz der Teilnehmer? „In der Gruppe macht’s auch Spaß“, stellte Christiane fest, „und Lust auf mehr! Es ist ein gutes Gefühl, aufgeräumt zu haben, weil schnell zu sehen ist, wie sauber die Umgebung wieder ist.“ Susanne fand: „Es war eine sehr sinnvolle Aktion und hat sich echt gelohnt. Und das Wetter war uns ja auch freundlich gesonnen.“ Einige Passanten wurden auf die Aktion aufmerksam, zwei davon wagten eine Ansprache. Isabell berichtete von überraschter Anerkennung: „Er konnte gar nicht verstehen, dass ich das freiwillig und unentgeltlich mache!“
Moni hofft, dass das Ergebnis der Aktion längerfristige Wirkung zeigt: „Wenn an einer Stelle nichts rumliegt, ist die Hemmschwelle größer, seinen Müll dort hinzuwerfen, als wenn man irgendwo etwas dazuwirft.“ red