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IHK fordert rasch klare Signale


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Coburg, Mittwoch, 26. Februar 2025

„Nach der Bundestagswahl ist eines ganz klar: Unsere Unternehmen brauchen jetzt sehr schnell klare Signale und Taten für eine auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftspolitik. Nur so können wir die...


„Nach der Bundestagswahl ist eines ganz klar: Unsere Unternehmen brauchen jetzt sehr schnell klare Signale und Taten für eine auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftspolitik. Nur so können wir die wirtschaftliche Talfahrt stoppen. Leider hat das Thema Wirtschaft im Wahlkampf der zurückliegenden Wochen eine eher untergeordnete Rolle gespielt. Das ist angesichts der ökonomischen Rahmenbedingungen nur schwer nachzuvollziehen, denn aktuell geht es um nicht weniger als die Zukunft des heimischen Standortes“, erklärt Andreas Engel, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Coburg.

Nach zwei Jahren Rezession droht nach Einschätzung der IHK auch 2025 ein Krisenjahr zu werden. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer erwartet, dass die Wirtschaftsleistung zum dritten Mal nacheinander schrumpfen wird – um 0,5 Prozent. Dabei sind aus Sicht der Unternehmen nicht die Folgen der geopolitischen Verwerfungen aktuell das größte Problem – es sind die strukturellen Schwächen. An die maßgeblichen politischen Akteure richtet sich daher die eindringliche Forderung, zügig eine stabile und handlungsfähige Regierung zu bilden, um den drängenden Herausforderungen des Landes entschlossen zu begegnen: „Unsere Unternehmen benötigen dringend verlässliche Rahmenbedingungen, um wieder investieren und wachsen zu können.“

Kurswechsel erforderlich

„Die zukünftige Bundesregierung ist aufgefordert, wirtschaftspolitische Themen zur obersten Priorität zu machen“, betont Engel. Die Zahl an Aufgaben zur Krisenüberwindung ist groß – aber es zeichnen sich einige Baustellen ab, bei denen der Handlungsdruck besonders massiv ist. Das geht aus dem IHK-Unternehmensbarometer zur Bundestagswahl 2025 hervor: Hier wurden die Betriebe auch befragt, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland in wesentlichen Bereichen im Vergleich zum Herbst des Coronajahres 2021 verändert hat.

Demnach gab es in keinem Bereich eine Verbesserung, stattdessen überwiegend fortschreitende Verschlechterungen. Sehr deutlich wird das in folgenden Bereichen: Mit großem Abstand wurde die Verlässlichkeit der Wirtschaftspolitik als Bereich genannt, in dem sich die Wettbewerbsfähigkeit „sehr verschlechtert“ hat. Mit der gleichen Beurteilung folgen Kosten für Strom und Gasversorgung, Bürokratie und Auflagen, Arbeitskosten, Gründungsfreundlichkeit sowie Qualität der Verwaltung.

Ganz gleich, wie die künftige Regierung zusammengesetzt ist: Nach der Bundestagswahl müssen die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wieder herzustellen und neues Vertrauen in den Standort Deutschland zu schaffen, fordert die IHK. „Unser Wirtschaftsstandort braucht dringend einen politischen Kurswechsel Richtung Wachstum. Die nächste Bundesregierung wird sich daran messen lassen müssen, ob das gelingt. Die Zeit drängt“, mahnt der IHK-Präsident. red