Gesprächsrunde hat sexualisierte Gewalt im Netz im Visier
Autor: Coburger Tageblatt
, Donnerstag, 16. Juli 2026
Das Politische Café am Alexandrinum hat sich inzwischen als fester Bestandteil des Schullebens etabliert. Bereits seit längerer Zeit bietet das Format Schülerinnen und Schülern sowie weiteren Interessierten die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre über gesellschaftlich und politisch relevante Themen ins Gespräch zu kommen. Bei Kaffee, Tee und Kuchen entsteht ein Rahmen, der bewusst zum offenen Austausch einlädt. Gerade diese lockere Atmosphäre ermöglicht es, auch schwierige und ernste Themen sachlich und respektvoll zu diskutieren.
Im Mittelpunkt des jüngsten Politischen Cafés stand das Thema digitalisierte sexualisierte Gewalt . Als Referentin war Ella Lassner, Mitarbeiterin der Organisation HateAid, zu Gast. In ihrem Vortrag erläuterte sie, wie sich sexualisierte Gewalt zunehmend in den digitalen Raum verlagert und welche Auswirkungen dies auf die Betroffenen hat.
Digitalisierte sexualisierte Gewalt umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Formen. Dazu gehören unter anderem unerwünschte sexuelle Nachrichten, das Versenden intimer Bilder ohne Einwilligung, sogenannte Dick Pics, Cyberstalking, sexualisierte Beleidigungen und Bedrohungen sowie das unerlaubte Veröffentlichen oder Weiterverbreiten privater oder intimer Aufnahmen.
Auch Deepfakes, bei denen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz täuschend echte manipulierte Bilder oder Videos erstellt werden, stellen eine wachsende Herausforderung dar. Die Anonymität des Internets erleichtert es vielen Täterinnen und Tätern, Grenzen zu überschreiten und Betroffene gezielt einzuschüchtern oder bloßzustellen.
Im Vortrag wurde deutlich, dass digitalisierte sexualisierte Gewalt längst kein Randphänomen mehr ist. Besonders Frauen und Mädchen sind häufig betroffen. Die Folgen reichen von Angst und Unsicherheit über den Rückzug aus sozialen Netzwerken bis hin zu erheblichen psychischen Belastungen.
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