Dieses Gericht weckt Erinnerungen
Autor: Coburger Tageblatt
, Dienstag, 07. Juli 2026
Blaue Zipfel sind ein Klassiker der fränkischen Küche: einfach, ehrlich und leicht zubereitet – Fleischsommelier Tobias Krause verrät, wie sie besonders gut gelingen
Wenn ich heute nach meinen liebsten fränkischen Gerichten gefragt werde, dann denke ich natürlich sofort an unsere Bratwürste : gegrillt, gebraten oder als Drei im Weggla. Sie gehören einfach zu Franken wie das Bier zu Bamberg. Doch es gibt eine Zubereitungsart, die manchmal etwas zu Unrecht im Schatten der Rostbratwurst steht: die Blauen Zipfel.
Viele werden sich noch gut daran erinnern: Früher standen sie regelmäßig auf dem Speiseplan, ob zu Hause, im Wirtshaus oder bei Familienfeiern. Schon beim Gedanken daran steigen die vertrauten Düfte von Essig , Zwiebeln, Lorbeer und frischen Bratwürsten in die Nase. Gerade deshalb möchte ich diesen fränkischen Klassiker heute wieder einmal in Erinnerung rufen.
Einfach und ehrlich
Das Besondere an Blauen Zipfeln ist ihre Schlichtheit. Es braucht keine ausgefallenen Zutaten und keine komplizierte Zubereitung. Gute rohe Bratwürste , frische Zwiebeln, etwas Essig , Gewürze und Zeit – mehr braucht es nicht. Die Würste werden nicht gebraten oder gegrillt, sondern schonend in einem würzigen Sud gegart. Dadurch bleiben sie wunderbar saftig und entwickeln ein ganz eigenes Aroma. Die Zwiebeln werden weich und süßlich, während der Sud eine angenehme Säure erhält. Für mich ist das ein Gericht, das zeigt, worauf es in der fränkischen Küche seit jeher ankommt: Aus guten Zutaten etwas Besonderes machen.
Warum eigentlich „Blaue Zipfel“? Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Die Antwort ist ganz einfach: Durch das Garen im Essigsud bekommen die Würste keine typische Bräunung und erhalten stattdessen eine hellere, leicht bläuliche Färbung. Daher stammt der Name „Blaue Zipfel“. Und der Begriff „Zipfel“ war in Franken schon früher eine geläufige Bezeichnung für die länglichen Bratwürste .
Ein Rezept mit Tradition