„Die letzten Meter sind die gefährlichsten!“ Uwe Knorr, FW-Gemeinderat und Anwohner des Vorderen Mühlbergs, beobachtet täglich, welch kritische Situationen sich in seiner engen Straße abspielen. Der Vordere Mühlberg wird von vielen Eltern genutzt, um ihre Kinder zur Schule zu fahren. Erst recht, seit die Schulstraße von 7 bis 17 Uhr für die Elterntaxis gesperrt wurde.

Das Problem: Die Sackgasse ohne rechte Wendemöglichkeit zwingt viele Zubringer, rückwärts zu fahren. Kinder , die hier zur Schule laufen – einen Gehsteig gibt es nicht –, haben kaum Platz auszuweichen. Schon gar nicht, wenn Autos am Fahrbahnrand parken. Obendrein hat die Straße eine Kurve, ist schlecht einzusehen und abschnittsweise spärlich bis gar nicht beleuchtet.

„Hier besteht Handlungsbedarf!“ Darüber waren sich alle Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses am frühen Mittwochabend einig, als sie sich dort umsahen. Bürgermeister Christian Brettschneider (CSU) hatte den Beginn der Sitzung auf 17 Uhr terminiert, „weil die Lichtverhältnisse den derzeitigen am frühen Morgen entsprechen, wenn die Kinder zur Schule laufen“. Nicht nur den Vorderen Mühlberg, sondern die gesamte Situation rund um die Schule wollte sich der Ausschuss gemeinsam mit Bauamtsleiter Ingo Förster ansehen, um anschließend Lösungsvorschläge zu diskutieren.

„Zu viele zur selben Zeit“

Als „Katastrophe“ wurde die Situation kurz vor der Schule bezeichnet. „Es fahren hier zu viele Leute zur selben Zeit rein“, sagte Martin Gahn (SPD). Bei Gegenverkehr blieben den Kindern höchstens 30 Zentimeter Platz, hat Brettschneider ausgerechnet. „Die Straße muss gesperrt werden!“, meinte Anwohnerin Helga Grosch. Dies forderte auch Klaus Dorscht (FW-BV). Eine Anwohnerstraße, die Fremden die Zufahrt nur zu bestimmten Zeiten erlaubt, favorisierten die Ausschussmitglieder als Lösung. Auch wenn Bedenken geäußert wurden.

„Den ganzen Verkehr auf den Bereich ,Zum Spitzberg/Schulstraße‘ zu bringen, wäre brisant“, warnte Brettschneider. Dort müsste dann eine Halteverbotszone eingerichtet oder ausgedehnt werden, die es auch zu überwachen gelte. „Wir haben ja schon die Zickzack-Linie aufgebracht, weil nicht mal der Bus wegen der blockierten Kurve einfahren konnte“, erinnerte Förster.

„Dann haben wir die nächsten Anwohner, die sich beschweren“, kommentierte Pia Dohles die mögliche zweite zeitweise Straßensperrung nach der Schulstraße. „Die Sicherheit der Kinder geht vor!“, stellte Günter Tschech (ÜPWG) klar. „Wollen wir die Kinder oder die Autos schützen?“, sprang ihm Martin Gahn (SPD) bei. Harri Schleifenheimer (CSU) ergänzte: „Wenn etwas passiert, ist das Geschrei groß!“

Als Alternative brachte Brettschneider eine „Kiss & Ride“-Abgabezone ins Gespräch. Dafür müsste aber mit dem Eigentümer eines freien Grundstücks mitten im Vorderen Mühlberg verhandelt werden, ob die Gemeinde das für einen Wendeplatz bekommen könnte. Die Erfolgsaussichten beurteilte Harri Schleifenheimer (CSU) als schlecht.

Vom Vorderen Mühlberg ging es weiter den Spitzberg hinauf in die Parallelstraße, wo eine Spielstraße ausgewiesen ist, sich aber Verkehrsteilnehmer nicht an das Gebot Schrittgeschwindigkeit halten. Bürgermeister Brettschneider will das mit Maßnahmen wieder in Erinnerung bringen.

Anwohner Knuth Thiele lobt den Bürgermeister für seine Initiative, sich die Situation vor Ort mit dem Ausschuss anzuschauen. „Die letzten paar Hundert Meter sollten die Schüler sicher und entspannt zur Schule gehen können“, fand er.