Druckartikel: Das geplante Umspannwerk elektrisiert Weidhausen

Das geplante Umspannwerk elektrisiert Weidhausen


Autor: Coburger Tageblatt

, Mittwoch, 01. Juli 2026

Eine private Petition starteten Felix Bischoff und Jonas Bischoff und warben um Unterschriften. Michael Stelzner


Der Strombedarf wird voraussichtlich in den kommenden Jahren, aufgrund verschiedener Faktoren, wie die KI und Elektromobilität, erheblich steigen. Deshalb will Tennet, der größte Übertragungsnetzbetreiber, ein Umspannwerk auf einer Fläche von 30 Hektar, das entspricht 42 Fußballfelder, bauen.

Das Suchgebiet für ein solches Vorhaben befindet in der Nähe von Weidhausen, aber auch die Gemeinden Sonnefeld, Ebersdorf oder auch Grub am Forst könnten davon betroffen sein, wie auch Marktzeuln oder Marktgraitz im Landkreis Lichtenfels. Ein genauer Standort ist aber noch nicht bekannt.

Bürgermeister Maximilian Fischer hat zu einer frühzeitigen Bürgerversammlung in die Schulturnhalle extra eingeladen, um die Bürgerinnen und Bürger über den Sachstand und über Auswirkungen eines Umspannwerkes aufzuklären. Er möchte mit den kursierenden Gerüchte aufräumen und alle Bürgerinnen und Bürger auf den gleichen Sachstand bringen. Das dieses Thema eine sehr große Brisanz habe, auch über die Gemeindegrenzen hinaus, zeige die hohe Besucherzahl, worüber sich das Gemeindeoberhaupt freute. Denn nur gemeinsam könne man in dieser Sache etwas erreichen.

Er rief dazu auf, über die Webseite der Gemeinde eine Petition mit einer Begründung zu erstellen. Denn bei der Bürgerversammlung wurde sehr deutlich, dass sich Gemeinde, aber auch das Landratsamt gegen dieses Vorhaben ausspricht.

Maximilian Fischer ist es besonders wichtig, dass der Widerspruch mit stichhaltigen Argumenten begründet wird. Deshalb habe die Gemeinde auch einen Anwalt eingeschaltet. Er ging auf den Stromtransport und auf die Netzstabilität ein. Demnach werde im Norden von Deutschland sehr viel Strom aus erneuerbaren Energiequellen produziert, und dieser muss nach Süden transportiert werden. Das Netz sei an den Grenzen seiner Belastbarkeit gekommen.

Da das geplante Umspannwerk mit dem Umspannwerk in Redwitz mittels einer 380.000-Volt-Leitung verbunden werden muss, möchte der Netzbetreiber, das beide Umspannwerke möglichst nahe beieinander liegen. Außerdem suchen die Netzbetreiber eine Schnittstelle zwischen der 380 kV Leitung und einer 110 kV Leitung. In der Stellungnahme des Landkreises wird unter anderem der hohe Flächenbedarf für ein Umspannwerk angeführt, wie auch erhebliche wirtschaftliche Nachteile für die gesamte Region, aber auch die Gewerbe-, Industrie- und Wohnraumentwicklung.

Fischer ging auch auf eventuelle Auswirkungen eines Umspannwerkes für Gemeinde Weidhausen ein. Er stellte mehrmals fest, dass es keine konkrete Standortentscheidung gibt. Jetzt habe man noch die Möglichkeit, Stellungnahmen und Einwendungen gegen das geplante Umspannwerk abzugeben, die von der Bundesnetzagentur geprüft werden. Auch der neue Gemeinderat sei sich da einig. Die flächenmäßig kleine Gemeinde Weidhausen könne dies nicht verkraften.