Behrendt bleibt an der Spitze
Autor: Coburger Tageblatt
LKR Coburg, Donnerstag, 09. April 2026
Uwe Behrendt ist als Vorsitzender des Bezirksverbands Oberfranken der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ( IG BAU ) für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Damit bleibt der 57-Jährige oberster Interessenvertreter in Stadt und Landkreis Coburg für Bauarbeiter , Reinigungskräfte und für Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft.
Nach Angaben der Arbeitsagentur arbeiten im Landkreis Coburg alleine rund 750 Menschen im Bauhauptgewerbe und 230 in der Gebäudereinigung. In der Stadt finden sich rund 200 Beschäftigte im Bauhauptgewerbe und 240 in der Gebäudereinigung.
Auch Uwe Behrendt ist vom Fach: Er ist Forstwirtschaftsmeister. „Ob auf der Baustelle, im Garten- und Landschaftsbau, in der Reinigungsfirma, im Maler- oder Dachdeckerbetrieb – gerade am Arbeitsplatz kommt es darauf an, dass die Menschen an einem Strang ziehen. Gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen fallen nicht vom Himmel“, sagt Uwe Behrendt. Der Gewerkschafter appelliert an die Beschäftigten in der Region, sich für ihre Interessen einzusetzen. Das sei besonders in unsicheren Zeiten wichtig. Dabei stehe die IG BAU Oberfranken auch zukünftig fest an der Seite der Beschäftigten. „Das gilt nicht nur, wenn es um faire Bezahlung, gute Job-Bedingungen oder die Mitsprache im Betrieb geht, sondern gerade auch dann, wenn es Zoff mit dem Chef gibt“, erklärt Behrendt.
Der wiedergewählte Bezirksvorsitzende kündigt an, dass sich die IG BAU auch weiterhin in politische Debatten einmischen werde: „Viele Vorhaben der Berliner Koalition haben direkte Auswirkungen für unsere Region und die Beschäftigten. Ein typisches Beispiel ist hier der Wohnungsbau. Da geht es um bezahlbare Wohnungen und um mehr Sozialwohnungen. Hier ist dringend mehr Unterstützung vom Bund notwendig.“ Auch für die Stärkung der Tarifbindung fordert Behrendt ein klares Signal von der Bundesregierung : „Der Tariflohn sollte endlich zur Regel werden. Denn davon würden auch die Beschäftigten in der Region profitieren.“
Ein klares „Stoppschild“ forderte Uwe Behrendt für die Versuche, insbesondere den arbeitenden Menschen immer neue Belastungen aufzubürden. „Ob Kürzungen bei der Lohnfortzahlung, die Abschaffung des Acht-Stunden-Tags oder eine Erhöhung des Renteneintrittsalters – so dreiste Forderungen sind respektlos und gehen völlig an der Realität der Beschäftigten vorbei. So ist beispielsweise gerade auf dem Bau und im Handwerk schon heute für viele die Rente mit 65, 66 oder 67 nicht erreichbar“, sagt Behrendt. Statt über soziale Einschnitte und den Abbau des Sozialstaats zu diskutieren, seien sinnvolle Reformvorschläge notwendig. Vor allem eine „ordentliche, sichere und gerechte Rente“ müsse her. red