Druckartikel: Arbeit der Station wird gewürdigt

Arbeit der Station wird gewürdigt


Autor: Michael Stelzner

Neu- und Neershof, Sonntag, 25. Januar 2026

Zuschuss Die Greifvogelstation in Neu- und Neershof erhält knapp 10.500 Euro aus der Jagdabgabe.
Das Geld soll zum Teil auch in eine neue Voliere gesteckt werden.


Die Greifvogelstation in Neu- und Neershof , die sich in der ehemaligen Gärtnerei des Schlosses befindet und von zahlreichen Ehrenamtlichen des LBV betrieben wird, erhält 10.486 Euro. Der Betrag kommt aus der Jagdabgabe, die jährlich alle Inhaber eines Jagdscheines bezahlen müssen und so zur Förderung des Jagdwesens, des Wildschutzes sowie der Forschung und der Hege beitragen.

Das Geld soll für eine neue Futterküche und für neue Volieren sowie für medizinisches Material verwendet werden, wie der Vorsitzende des LBV Frank Reißenweber ausführte. Zur Übergabe der Förderurkunde ist der Staatssekretär des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Thorsten Gotthardt, extra nach Neu- und Neershof gekommen. Dazu hatte sich auch reichlich Prominenz aus Politik und öffentlichem Leben eingefunden.

Nach der Pflege zurück in die Freiheit

Die LBV-Greifvogelstation deckt neben der Stadt auch den Landkreis und die angrenzenden Regionen ab, erklärte Frank Reißenweber. Sie besteht seit 1969 und der LBV erhält sie im Rahmen seiner Möglichkeiten. Eulen werden dort aufgenommen, auch Reiher und Großvögel wurden in der Station seit ihrem Bestehen gepflegt und wieder in die Freiheit entlassen. Leider konnte man einen Wespenbussard nicht mehr auswildern, er ist jetzt zur Zucht in den Innsbrucker Zoo gekommen. Das Ziel ist es, dass Tiere, die auf der Roten Liste stehen, wieder in Freiheit entlassen werden können.

Thomas Gutwill, ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Greifvogelstation , führte die Gäste durch die Anlage. Im vergangenen Jahr wurden 84 Vögel behandelt. „In diesem wird es bestimmt nicht weniger“, sagte er. Besonders viele Turmfalken habe man zu verzeichnen, die ihre fünf bis acht Eier in Baumnestern von Elstern oder in Rabennester legen. Beim Ausschlüpfen wird es dann sehr eng und die Vögel fallen aus den Nestern und werden dann oft zur Station gebracht, im vergangenen Jahr waren es besonders viele.

Vor allem neue Baugebiete und neue Straßen machten besonders den Bussarden zu schaffen und so nehmen die schwerverletzten Vögel immer mehr zu. Thomas Gutwill freute sich darüber, dass viele Mitbürger den Vogel, den sie gefunden haben, bis zur Auswilderung oder bis zum Tod begleiteten. Die Vögel werden erst in die Freiheit entlassen, wenn sie wieder voll flugfähig sind. Dazu werden sie in einer extra Voliere beobachtet. Vielen Bürgern sei inzwischen bewusst, das die Vögel geschützt werden müssen. Zurzeit werden in der Station acht Vögel betreut, sie wurden den Gästen bei einem Rundgang gezeigt.

LBV-Landesvorsitzender Norbert Schäffer lobte die Ehrenamtlichen, die die Greifvogelstation betreiben. Sie sei etwas sehr wertvolles. In der Station versuche man jedes Individuum am Leben zu erhalten, um die Vögel dann wieder in die Natur zu entlassen. „Viele Menschen wissen nicht, wie man mit einem verletzten Großvogel umgeht. Sie werden dann meist in einem Karton zu den Mitgliedern des LBV gebracht“, so Schäffer.

Die Stadt Coburg schätze die Arbeit des LBV über Parteigrenzen hinaus, betonte Oberbürgermeister Dominik Sauerteig . Viele Menschen setzten sich für die wichtigen Themen wie den Natur- und Artenschutz sowie für den Tierschutz ein.

Auch der Forstbetrieb Coburg der Bayerischen Staatsforsten als Verpächter unterstütze die Station, sagte Stefan Wittenberg von den Bayerischen Staatsforsten. Denn die enge Verzahnung aus der nachhaltigen Waldwirtschaft, Verpachtung von Wiesen- und Ackerflächen, sei ein Auftrag und Verantwortung zu gleich, das historische Erbe zu bewahren. Damit stelle der Forstbetrieb Coburg eine Besonderheit innerhalb der Bayerischen Staatsforsten dar. Zusammen will man die Station in den nächsten Jahrzehnten erhalten.

Staatssekretär Tobias Gotthardt wünschte, dass die junge Generation an die Natur herangeführt werde. Er überreichte an den Vorsitzenden des LBV Frank Reißenweber und an die beiden Leiter Thomas Gutwill und Thomas Kasper die Förderurkunde.