Christoph Böger

Als ältester und traditionsreichster Eissportverein im Coburger Land mit Spielern vom Jugendalter bis zum Eishockey-Veteranen steht die Freude am Spiel im Vordergrund. Doch diese hat bei den "Cobras" in den vergangenen Monaten arg gelitten. Aufgrund der Pandemie-Entwicklung musste das unter einem speziellen Hygienekonzept durchgeführte Training der Vestestädter schon Ende Oktober nach nur vier Einheiten eingestellt werden. Alle geplanten Punkt- und Freundschaftsspiele wurden abgesagt.

Die eisige Grundlage wird dem seit 1987 bestehenden ESV Coburg von Anfang Oktober bis Ende März im Eisstadion Sonnebad Sonneberg zur Verfügung gestellt. Aber nach der Entscheidung, die Eisfläche bereits Mitte Dezember 2020 abzutauen, war die so sehnlich erwartete Saison beendet, bevor sie eigentlich begann.

Frühestens im Oktober wieder auf's Eis

"Der Lockdown traf uns Eishockeyspieler nach sechs Monaten eisfreier Zeit besonders hart, zumal wir frühestens im Oktober 2021 wieder mit einer neuen Eiszeit rechnen", sagt Klaus Langbein. Der Trainer der Cobras weiß auch, dass sich eine längere Pause ohne Eistraining aufgrund der koordinativ und muskulär komplexen Bewegungsabläufe negativ auf die technischen Fähigkeiten auswirkt. "Das hat ganz sicher größere Auswirkungen bei fehlenden spezifischen Trainingsmöglichkeiten als bei anderen Sportarten."

Insofern begrenzt sich das Training der Cobras derzeit ohne Eis auf ein individuelles Ausdauer-Grundtraining mit dem Schwerpunkt auf Schnellkraft. Für das sogenannte Stickhandling, also die technischen Fertigkeiten mit dem Schläger, seien eigenständige Übungen mit besonderen Pucks für eine Asphaltunterfläche oder mit einem herkömmlichen Puck zum Beispiel auf einer glatten Polyethylen-Platte möglich, die dann auch zu Schussübungen benutzt werden kann.

Selbst Streethockey ist nicht möglich

Ein gemeinsames Mannschaftstraining ist derzeit für die Coburger nicht umsetzbar und demzufolge ist an das Einstudieren von Spielzügen und besonderen Spielsituationen (Überzahl/Unterzahl) nicht zu denken. Bisher wurde in der eisfreien Zeit regelmäßig Streethockey gespielt, doch auch das ist aktuell ebenso der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen.

Aufgrund der "ärgerlichen, aber nachvollziehbaren Beschränkungen" (O-Ton Langbein) versucht der Verein, die Gemeinschaft der eishockey-begeisterten Mitglieder zu fördern. "Selbstverständlich informieren wir uns dabei über das aktuelle Eishockey-Geschehen der nationalen (DEL) und internationalen Ligen (insbesondere der NHL). Wir verfolgen Übertragungen von Spielen und sind mit einer besonderen Spieler-App in ständigem Austausch", verrät der engagierte Übungsleiter.

Social-Media-Plattformen angepasst

Auch der Vorstand des Vereins hat die Zeit sinnvoll genutzt. Die Homepage (www.coburg-cobras.de) wurde aufgefrischt und gänzlich überarbeitet sowie die Social-Media-Plattformen angepasst. Am 19. Februar erfolgte die erste digitale Vorstandssitzung als Generalprobe für die erste digitale Vereinssitzung, die am bevorstehenden Freitag stattfindet.

Ziel ist es, die Mitglieder auf den neuesten Informationsstand zu bringen, die kommende Saison soweit überhaupt möglich zu planen und die Kameradschaft mit Geschichten rund um die Cobras, das Eishockey und den Verein auch unter Corona zu bewahren. Weitere Meetings sind vorgesehen. Und sobald wieder die Option eines Streethockey-Trainings besteht, werde dies auf der Homepage bekanntgegeben. "Vielleicht werden in der neuen Spielzeit auch wieder Freundschaftsspiele durchführbar sein. Die Cobras würden sich über jeden Eishockey-Interessierten freuen, vom Anfänger bis zum Könner", sagt Langbein abschließend.