Claudia Roth besucht Zeil und informiert sich über Bio-Imkerei
Autor: Christian Licha
Zeil am Main, Sonntag, 02. Sept. 2018
"Wir bekommen Stabilisierungshilfe, deshalb können wir uns kein goldenes Buch leisten", sagte der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) am Freitag scherzhaft beim Empfang der Bundestagsvizepräs...
"Wir bekommen Stabilisierungshilfe, deshalb können wir uns kein goldenes Buch leisten", sagte der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) am Freitag scherzhaft beim Empfang der Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) im Zeiler Rathaus.
Mit dieser Anmerkung zu der nicht gerade rosigen finanziellen Situation der Stadt bat Stadelmann auch gleich um Beistand für den Erhalt des Hallenbades. "Wir möchten das Bad erhalten, aber können es nicht alleine stemmen", machte das Stadtoberhaupt der Spitzenpolitikerin klar und erzählte ihr von den "guten Jahren", als mit dem Milewski Möbelwerk und der Zuckerfabrik noch starke Gewerbesteuerzahler in der Fachwerkstadt beheimatet waren.
Gesamtes Maintal versorgt
;Damals, vor über 40 Jahren, war es ein Leichtes, das Schwimmbad zu bauen. Zusammen mit dem Hallenbad in Knetzgau versorge man heute praktisch das ganze Maintal mit einer Schwimmmöglichkeit für Schüler, Vereine und die gesamte Bevölkerung während des ganzen Jahres. Die 63-jährige Bundespolitikerin, die im bayerischen Schwaben wohnt, versprach, sich für Zeil und andere Städte und Gemeinden stark zu machen, die ein ähnliches Problem haben.
"Es ist dramatisch, wieviele Menschen ertrinken", sagte Roth im Hinblick darauf, dass der Schwimmunterricht an den Schulen und in Vereinen lebensrettend sein kann. Stadelmann und Roth stimmten überein, dass jedes Kind spätestens im Grundschulalter das Schwimmen lernen sollte. "Uns geht es in Bayern gut", so der Bürgermeister, "aber in gewissen Situationen sollte man neu denken".
Auch die Bundestagsabgeordnete Manuela Rottmann, die Claudia Roth begleitete, war der Meinung, dass "wir das Geld haben, um Schwimmbäder zu erhalten". Kultur sei zwar auch wichtig, aber man solle lieber vorausschauender Investieren, als zu viele Kunstwerke zu errichten, war die Parlamentarierin aus Hammelburg der Meinung.
Mit den Worten "Den Bürgerinnen und Bürgern von Zeil am Main, dieser zauberhaft schönen Stadt, mit einer langen bewegten Geschichte, wünsche ich von Herzen eine Zukunft in friedlichem, glücklichem Zusammenhalt" trug sich Roth dann ins neue Stadtbuch ein, "auch wenn es nicht aus Gold ist". Im Rahmen des 1000. Stadtjubiläums hat man nämlich einen Band zusammengestellt, in dem alle Aktivitäten im Festjahr festgehalten werden, erklärte Stadelmann, nachdem er kurz die Geschichte der Stadt umriss.