Johannes Höllein

Ostern 2021 - ein Silberstreif am Horizont. Auch für Sportvereine, die - angesichts erster Lockerungen - wieder Hoffnung auf ein wenig Normalität schöpfen, nachdem das Corona-Jahr mit verlängertem Lockdown und Kontaktbeschränkungen sie mehr oder weniger zum Nichtstun verdammt hat und mitunter Existenzängste aufkamen. "Wie Einnahmen generieren, ohne Sport, ohne Veranstaltungen, die in der Vergangenheit das Überleben sicherten?", fragte sich Mike Gallinsky von der Spvg Eicha wie viele Vereinsvorsitzende.

Ideen mussten her. Und davon gab es viele. Nachbarschaftshilfe, Spendenaktionen für karitative Zwecke aber auch ganz konkret, um die eigenen Finanzen aufzubessern. Nicht wenige nutzten die Infrastruktur ihrer Sportheime und wurden über Nacht von Vereinen zur Leibesertüchtigung zu Vereinen für Leibesfülle. Bratwürste bei der Spvg Ahorn oder beim SV Ketschendorf, Pizza und Forellen beim TSV Scherneck, um nur einige Beispiele zu nennen, oder Sonntagsbraten bei der Spvg Eicha. "Wir haben für unser Angebot sehr viel Zuspruch erhalten. Wahnsinn, wie viele Leute gekommen sind und Essen bei uns geholt haben", sagt Thilo Fischer, der bei der Spvg als Dritter Vorsitzender unter anderem für den Sportheimbetrieb verantwortlich ist.

Die vereinseigenen Köche hatten schon bei der Kirchweih im August einen kulinarischen marathon hingelegt und drei Tage quasi durchgekocht. Und auch danach dampften regelmäßig die Töpfe im Sportheim. Aktionen, die in Eicha und anderswo halfen, finanzielle Schieflagen abzumildern. "So sind wir bisher mit einem blauen Auge davongekommen", sagt Mike Gallinsky.

Eigentlicher Zweck im Blick

Doch obwohl viele Sportvereine inzwischen Champions am Herd sind, verlieren sie ihren eigentlichen Zweck zur Förderung des Sports nicht aus den Augen. Vereint in der Hoffnung, dass Corona bald seinen Schrecken verloren hat und das gewohnte Vereinsleben wieder möglich ist. Kindern und Jugendlichen endlicher wieder die Möglichkeit geboten werden kann, mit Gleichaltrigen zu spielen, zu toben, einem gemeinsamen Hobby nachzugehen, überschüssige Energie loszuwerden. Aber auch wieder Zuschauer am Vereinsgelände begrüßen zu können, ansprechenden Amateursport zu bieten, Feste zu feiern. Das alles treibt die Vereinsfamilien um. Weichen werden gestellt. Alles ist auf die Bereitschaft ausgerichtet, wieder loszulegen - wenn es denn endlich wieder möglich ist.