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Bürgermedaille belohnt großen Einsatz


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Litzendorf, Mittwoch, 01. Februar 2017

Die Aula der Grund- und Mittelschule Litzendorf bot wieder den Rahmen für den Neujahrsempfang der Gemeinde. Am Eingang begrüßten Erster Bürgermeister Wolfga...
Die mit der Bürgermedaille geehrten Klemens Neundorfer und Franz Milsch (rechts)


Die Aula der Grund- und Mittelschule Litzendorf bot wieder den Rahmen für den Neujahrsempfang der Gemeinde. Am Eingang begrüßten Erster Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) und Zweiter Bürgermeister Klemens Wölfel (SPD) nebst Gattinnen die zahlreichen Besucher. Dann überreichten ihnen die Schornsteinfegermeister Günter Dech und Andreas Wolf eine Neujahrsmünze.
Als besonderen Gast hieß Möhrlein Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz willkommen. "Ihr Jahresmotto ,Den Wandel beherzt anpacken' wird auch für unsere Gemeinde der Maßstab sein", so Möhrlein, der im Ausblick auf 2017 mit der innerörtlichen Erschließung der Tanzwiesen in Litzendorf und des Gebietes der Aufsessianischen Stiftungswiesen in Pödeldorf beachtliche Neuinvestitionen vorstellte. Rechtzeitig vor dem Kirchenjubiläum im nächsten Jahr sollen auch die Arbeiten im Kirchenumfeld fertig sein. Seniorengerechte Wohnungen und Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge sind weitere Ziele. Für die Gaststätte und die Brauerei in Melkendorf, die beide der Gemeinde gehören, muss ein Nutzungskonzept gefunden werden. Auch weitere Projekte wie der geplante Bau der Zweifachturnhalle wurden kurz angesprochen.
Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz wünschte allen Gesundheit, Glück und Erfolg. Sie meinte, die Gemeinde Litzendorf habe allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken, denn hier gebe es mehr als 50 Vereine und sehr viele Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren: "Sie tragen aktiv zur Entwicklung ihrer Gemeinde bei. Mit ihrer Hilfe kann vieles verwirklicht werden, was niemals realisiert werden könnte, müsste man es bezahlen."
Ein Kurzfilm über die ganze Gemeinde stellte im Anschluss die landschaftlichen und kulturellen Schönheiten der Fränkischen Toskana in hervorragenden Aufnahmen dar.
Nach einem Musikstück des Blechbläserensemble des Musikverein Ellertal unter dem Dirigenten Martin Lorenz, das den Abend musikalisch gestaltete, stellte Zweiter Bürgermeister Klemens Wölfel als Novum in der Gemeinde zwei Bürger vor, die zum ersten Mal in Litzendorf die neu geschaffene Bürgermedaille erhalten sollten: Klemens Neundorfer und Franz Milsch.
Klemens Neundorfer sei vielen durch sein unermüdliches Engagement, seine Hilfsbereitschaft und sein freundliches Wesen bekannt. Auch als Leiter der Wallfahrt nach Hollfeld, die seit 1774 verbrieft ist und die er 20 Jahre leitete, sowie der nach Vierzehnheiligen war er aktiv. Letztere gab es seit 1856, war aber im Zweiten Weltkrieg und danach eingestellt worden, bis sie von Neundorfer 2000 wieder reaktiviert wurde. Lange Jahre war er zudem Vorstand der Marianischen Sodalität. Unter seiner Regie wurde die Marienkapelle zwischen Litzendorf und Lohndorf zum 200-jährigen Jubiläum der Sodalität 1994 gebaut. Auf seine Initiative bekam die Pfarrkirche eine vierte Glocke. Da er leidenschaftlich gerne sang, war er Mitglied in der Liedertafel Melkendorf und gründete mit anderen "die Pfarrliche Singgemeinschaft Litzendorf". Mitglied in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), im Pfarrgemeinderat und als Feldgeschworener sind weitere Betätigungsfelder. Da er im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes ein phänologisches Tagebuch führt, wurde er dafür mit der Wetterdienstplakette der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im Tagebuch werden das Wachsen der Wild-, Forst- und Kulturpflanzen beobachtet, erfasst und dokumentiert.


Der MHD ist sein Leben

Franz Milsch kennen viele noch als ehemaligen Hausmeister der Schule kennen. Der Bürgermeister aber zitierte ihn mit dem Satz: "Mein Leben war und ist der Malteser Hilfsdienst." Dieser ist in Litzendorf und darüber hinaus mit seinem Namen unzertrennlich verbunden. Ihn gründete er hier 1961 zusammen mit elf weiteren Gleichgesinnten. 35 Jahre war Milsch dann dessen Ortsbeauftragter. Der Ausbau einer Feldküche für Großveranstaltungen, die Ausbildung beim MHD und die Gründung der Malteser Jugend folgten. 1994 erhielt deshalb Milsch vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland. Weitere Auszeichnungen folgten. Wölfel: "Er ist Vorbild für viele. Dafür gebührt ihm unser Dank und unsere Anerkennung."
Joseph Beck