Im letzten Jahr fiel die Saison im Freibad der Gemeinde aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Beschränkungen sprichwörtlich ins Wasser. Heuer hat die Pandemie das tägliche Leben zwar immer noch fest im Griff, dennoch stehen die Zeichen für einen Start in die Freibadsaison 2021 nicht schlecht, wenngleich, nicht wie sonst im Mai die ersten Badegäste schon ihre Bahnen ziehen können.

Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung hat nämlich der Gemeinderat eine Freibadöffnung für die diesjährige Saison geplant. "Aufgrund der derzeitigen Corona-Lage wird das wahrscheinlich nicht vor Juli sein können", rechnet Bürgermeister Michael Keilich. Das Team der Schwimmmeister arbeitet seit Wochen trotzdem schon auf Hochtouren, um die Becken und das Areal für den möglichen Betrieb herzurichten.

Auch ohne Nutzung gut überstanden

Nachdem das Freibad im letzten Jahr vollkommen betriebsbereit war und sich die Becken zu jedem Zeitpunkt in einwandfreiem Zustand befanden, hat es die ausgefallene Saison gut überstanden. Es gab keine größeren Schäden zu verzeichnen. Derzeit werden noch die üblichen Auswinterungsreparaturen, wie etwa Frostschäden an den Fliesen, behoben und die Becken gereinigt. In einem guten Zustand befindet sich die Technik, deren Wartung erst kürzlich von Servicemitarbeitern übernommen wurde, sodass auch hier alle Zeichen auf Grün stehen. Selbst wenn mit einigen Wochen Verspätung geöffnet werden kann, freut sich das Team schon jetzt auf die Badegäste.

Im Vergleich zur letztjährigen Situation hat sich zwar nahezu nichts geändert. Allerdings hatten die Verantwortlichen heuer mehr Zeit, um sich auf die doch etwas andere Badesaison einstellen zu können und die mögliche Freibadöffnung unter dem Aspekt der Abstandsregeln, Hygienevorschriften und Kontaktbeschränkungen zu planen. Schließlich sind hierfür beispielsweise der Personaleinsatz oder auch Öffnungskriterien zu berücksichtigen, um einerseits für unbeschwertes Badevergnügen zu sorgen und andererseits den geltenden Bestimmungen Rechnung zu tragen.

"Zwischenzeitlich gibt es auch einen ausgearbeiteten Rahmenplan von der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen", erklärt der Bürgermeister. Dieser wird weitestgehend Anwendung finden. Neu eingeführt wird ein Ticketsystem. Die maximale Besucherzahl regelt sich über die Zugangsberechtigung, denn es werden heuer ausschließlich Einzeleintrittskarten verkauft. Durch diese ist gegebenenfalls auch eine Kontaktermittlung möglich. Bisher hatten Vielschwimmer die Möglichkeit Dauer-, Familien- oder Zehnerkarten zu erwerben, die es heuer nicht gibt. Nach den aktuellen Bestimmungen müssen die Rutsche, Sprungtürme und die Sammelumkleidekabinen geschlossen bleiben. Ob sich die Gäste am Kiosk Eis, einen Snack oder Getränke kaufen können, ist derzeit noch fraglich. "Die Informationen sind zum momentanen Zeitpunkt zu dünn", führt Keilich weiter aus. Um "Massenansammlungen" zu verhindern, werden die Liegebereiche unterteilt. Diese werden wie die Laufwege und Becken trassiert und entsprechend beschildert. Trotz dieser ganzen Maßnahmen wird kein zusätzliches Personal benötigt. Allerdings wird ein wesentlich höherer Reinigungsaufwand nötig sein.

Rückblickend auf die ausgefallene Freibadsaison 2020 spricht Keilich von einem geringeren Verlust als in den Vorjahren und erklärt: "Der Betrieb eines Freibades ist in jedem Jahr defizitär." Der Verlust lag in den Jahren 2016 bis 2019 bei durchschnittlich 240 900 Euro, denn pro Saison lagen die durchschnittlichen Betriebseinnahmen bei 80 100 Euro während die durchschnittlichen Betriebsausgaben 321 000 Euro betrugen. Im letzten Jahr belief sich der Betriebskostenverlust auf 197 000 Euro. Trotz ausbleibender Eintrittsgelder konnten immerhin 41 200 Euro an Betriebseinnahmen, insbesondere durch die innere Verrechnung, verbucht werden, nachdem vom Freibadpersonal Leistungen im gemeindlichen Bauhof erbracht wurden. Die Betriebsausgaben schlugen mit 238 200 Euro zu Buche.

Investitionen zurückgestellt

Durch den Ausfall der letztjährigen Badesaison kam es zu keinen signifikanten Auswirkungen im Gemeindehaushalt. Anders sieht es bei den pandemiebedingten Gewerbesteuerausfällen aus, wodurch der Haushalt wesentlich stärker betroffen war. Durch den Bund und den Freistaat Bayern erhielt die Gemeinde Ausgleichszahlungen, um diese aufzufangen. Nach Meinung des Bürgermeisters sei die Gemeinde relativ gut durch das letzte Jahr gekommen. Nicht zuletzt durch enorme Verschiebung von Investitionen auf die nächsten Jahre.