Beim Strampeln gibt's keinen Stundenplan
Autor: Mario Deller
Burgkunstadt, Freitag, 17. August 2018
Kunstadter Schulkinder genossen die 40 Kilometer lange Radtour von Altenkunstadt bis zum Mainzusammenfluss.
Sollte ein gewisser Karl Drais von seiner Wolke herabblicken, ginge ihm das Herz auf: Kurzweiliger Ausflug durch unsere schöne Region, Freude an der Bewegung und gelebtes Wir-Gefühl - all dies verband die in Altenkunstadt startende Radtour im Sommerferienprogramm Altenkunstadt/Burgkunstadt/Weismain.
Rund 40 Kilometer auf einer hauptsächlich eben verlaufenden Route bewältigten dabei die sieben teilnehmenden Jungen und Mädchen.
Mit Helm und Proviant
Altenkunstadt, Rathaus, die Kirchturmuhr steht auf kurz vor 10. Perfekt ausgerüstet mit Helm und Proviant können Anna, Lilly, Johannes, Niklas, Georg, Uli und Kilian kaum erwarten, dass es endlich losgeht. "Na dann Kinder - satteln wir die Hühner", meinte fröhlich Stephanie Dittrich. Die Jugendbeauftragte der Gemeinde Altenkunstadt leitete zusammen mit Herbert Seeser und Heike Mohrand die Radtour.
Wenngleich der eine oder andere seine Heimat und zumindest Teile der Route schon kannte, wohnte der Veranstaltung trotzdem ein gewisser Abenteuercharakter bei. Wenn man inklusive der Erwachsenen zu zehnt vergnügt und ohne Hektik - es wurde bewusst genügend Zeit eingeplant - durch die Lande radelt, macht das schlicht und einfach mehr Spaß als alleine. Es ging nicht darum, den Tour-de-France-Profis nachzueifern. Selbstverständlich achteten genannte Leiter der Tour penibel darauf, dass keiner den Anschluss verliert. Und eine Pause auf der Holzbank im Schatten einer großen Linde hat ja auch etwas für sich. Genügend trinken war sowieso angesagt angesichts der im Laufe des Tages bis an die 30-Grad-Marke steigenden Temperaturen.
"Und noch fit?", wurden die Kinder immer wieder zur Sicherheit gefragt. Das waren die Jungen und Mädchen in der Tat. Die Jungs legten auf einer Zwischenetappe sogar noch eine Schippe drauf, wählten auf einem Teilabschnitt eine über den Mainecker Forst verlaufende steilere Variante. Wenige Kilometer später trafen sich alle wieder, die Jungs mit einem stolzen Grinsen im Gesicht. Über Prügel, Maineck, Rothwinder Mühle und Mainradweg führte die Tour schließlich zum Ziel, nämlich dem Zusammenfluss von Rotem und Weißem Main bei Melkendorf.
"Wir haben es geschafft, habt ihr alle toll gemacht", lobte Stephanie Dittrich und verteilte als kleine Zwischenbelohnung Konfekt an die Teilnehmer. "Achtung, bitte alle rechts fahren, jetzt kommen wir auf eine Straße", wurden die Kinder zwischendurch darauf aufmerksam gemacht, dass es hier die StVO wieder zu beachten gilt. Doch bewusst wurde eine Route gewählt mit vielen Rad- oder Feldwegen, abseits des Autoverkehrs. Begeistert in die Pedale tretend plauderten die Kinder miteinander oder mit den drei erwachsenen Begleitern über Gott und die Welt. Schule, Alltag und Ärger - all das war für ein paar Stunden bedeutungslos, gedanklich fast nicht mehr existent. Gegen 15 Uhr war die Heimat wieder zu sehen. Wohlbehalten waren Groß und Klein nach Altenkunstadt zurückgekehrt. Bevor die Eltern zum Abholen kamen und gar nicht erst den Versuch nahmen, die erzählenden Kinder in ihrem Redefluss zu stoppen, blieb zuvor sogar noch etwas Zeit für eine Stippvisite im Eiscafé.