Bei Bonbons und Tanz funkte es
Autor: Charlotte Wittnebel-Schmitz
Burkardroth, Montag, 18. Mai 2020
Christa (81) und Gebhard Wehner (82) feiern heute ihre diamantene Hochzeit. 60 Jahre sind sie verheiratet. Die Familie ist in der Region schon lange verwurzelt.
Charlotte Wittnebel-Schmitz Um 60 Jahre verheiratet zu sein, muss man in jungen Jahren heiraten, gesund bleiben und mit dem Partner das ganz eigene Rezept der Liebe herausfinden, damit die Ehe lange hält.Was ist die Geheimzutat bei Christa und Gebhard Wehner aus Burkardroth, um langfristig und zufrieden miteinander zusammen zu leben?
"Wir wollten uns nie trennen und haben uns immer zusammengerauft", sagt Christa. Beide seien nicht nachtragend. "Wenn wir Streit hatten, haben wir uns gleich danach wieder vertragen." Auch die Arbeit habe die beiden zusammengehalten, sagen sie. Sie wird von der Familie als temperamentvoll und häuslich beschrieben. "Meine Frau kann sehr gut kochen", sagt Gebhard. Seine Kinder und Christa charakterisieren ihn als lustige und zugleich ruhig Person."Wir ergänzen uns gut", sagt Christa.
Beide sind in Burkardroth geboren und gingen auf die Volksschule, er in Wollbach, sie in Burkardroth.
Christas Familie hatte eine Bäckerei. Ihr Vater fiel 1945 im Krieg, sodass ihre Mutter mit drei Kindern alleine blieb und sich Hilfe suchen musste. "Das war nicht so wie heute", sagt Christa. "Meine Mutter musste sich arg plagen." Das Backen habe nur für einen Hungerlohn gereicht.
1954 bis 1955 besuchte Christa die Haushaltsschule in Schweinfurt im Theresienheim. Außerdem half sie als Jugendliche regelmäßig in der Bäckerei mit. Dort gab es immer etwas zu tun. Wenn es klingelte, trat sie nach vorne an den Tresen, erzählt sie. Dabei fiel sie wohl Gebhard ins Auge. Er kam regelmäßig und kaufte Bonbons. Wohl auch, so erzählt es Christa, weil er sie mochte. Das war 1957. Die flüchtige Bekanntschaft in der Bäckerei entwickelte sich. "Wir haben einen Tanzkurs gemacht und da sind wir uns nähergekommen", erzählt Christa. Neben dem Tanzen gingen sie auch gerne gemeinsam Fasching feiern.
Erst Prinzenpaar, dann Hochzeit
"Wir wurden vom Prinzenpaar zum Hochzeitspaar", sagt Christa. Am 18. Mai 1960 heirateten die beiden. Die Hochzeitsreise ging nach Amorbach in den bayerischen Odenwald. Ein Onkel hatte das Städtchen als Reiseziel empfohlen. "Wir sind aber nur drei Tage dort geblieben. Ich hab es nicht ausgehalten", sagt Christa. "Es gab zuhause in der Bäckerei so viel zu tun."
Etwa ein Jahr später, im August 1961, kam Sohn Jochen auf die Welt. Vier Jahre später wurde Tochter Sabine geboren. Die viele Arbeit in der Bäckerei blieb.