Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth befindet sich weiter auf der Suche nach der guten Form, die das Team von Trainer Raoul Korner vor ihrer 14-tägigen Quarantäne-Zwangspause mit starken Leistungen zum Ende der Saisonvorbereitung sowie beim Pokalsieg über den FC Bayern München bereits unter Beweis gestellt hatte. Bei der 76:104 (39:51)-Niederlage waren die müden Oberfranken bei ihrem Bundesliga-Auftakt in Ulm ohne Chance.

Bundesliga, Männer

Ratiopharm Ulm - Medi Bayreuth 104:76

(30:18, 21:21, 26:22, 27:15) Das dritte Spiel binnen vier Tagen begann für die Bayreuther wie die beiden Partien gegen Weißenfels und Crailsheim zuvor - mit einem deutlichen Rückstand. Bereits in der 7. Minute setzten sich die Schwaben nach einem Dreier von Troy Caupain erstmals zweistellig ab (20:10). Nach einer Auszeit von Coach Korner sorgte dann die Umstellung auf eine Zonenverteidigung kurzzeitig für Verwirrung bei den Gastgebern, so dass das Medi-Team auf 16:20 (8. Minute) verkürzte. Doch bis zur Viertelpause zogen die Ulmer wieder deutlich auf 30:18 davon.

In den zweiten zehn Minuten ein ähnliches Bild: Mit einer Mischung aus guter Penetration zum Korb und zuverlässigen Würfen von den Außenpositionen dominierten die Schwaben die Partie und ließen alle Versuche einer Aufholjagd der müde wirkenden Bayreuther versanden (51:39.). Immerhin hielten die Männer um Kapitän Bastian Doreth den Rückstand konstant bei zwölf Zählern.

Medi verkürzt auf sieben Punkte

Nach dem Seitenwechsel verkürzten die Oberfranken um ihren litauischen Topscorer Osvaldas Olisevicius den Rückstand bis auf sieben Punkte (53:46), doch Fehlwürfe des Medi-Teams bestraften die Donaustädter und zogen über ihre Topscorer Dylan Osetkowski und Troy Caupain (je 18 Punkte) bis zum Viertelende auf 16 Zähler weg.

Ulm kam im Schlussabschnitt offensiv nun immer besser ins Rollen, den Bayreuthern fehlten die Kräfte. Sie hatten nichts mehr entgegenzusetzen und mussten zusehen, wie die Schwaben in einem starken Endspurt die 100-Punkte-Marke knackten und einen 104:76-Sieg einfuhren. Gleich sechs Ulmer, die in Bundesliga und Eurocup ihren vierten Sieg in Folge feierten, punkteten zweistellig. Olisevicius zählte bei Bayreuth mit 13 Punkten, 5 Rebounds und dem besten Effizienzwert (+15) zu den raren Lichtblicken. "Meine Spieler haben von Beginn an Einsatz gezeigt. Wir wussten, dass wir das Spiel nicht in der ersten Hälfte gewinnen würden, sondern über 40 Minuten lang gut spielen müssen, um erfolgreich zu sein. Unsere 29 Assists zeigen, dass wir den Ball gut bewegen und vorne mit viel Energie spielen", lobte Ulms slowenischer Cheftrainer Jaka Lakovic.

"Jenseits von Gut und Böse"

Schonungslos kommentierte Medi-Head Coach Raoul Korner die aktuelle Situation seines Teams: "Wir können es im Endeffekt recht kurz machen: Wir sind im Moment jenseits von Gut und Böse. Weder offensiv noch defensiv sind wir nicht annähernd dort, wo wir schon einmal waren, wo wir sein können, wo wir sein sollen und wo wir auch wieder sein werden. Im Moment aber ist es einfach nur schmerzhaft, das von der Seitenlinie aus zu beobachten. Man sieht, dass es auch für die Spieler schmerzhaft ist, aber das ist im Augenblick die Realität, und da kann man nur mit viel Kampf und viel Einsatz in möglichst kurzer Zeit wieder annähernd dahin kommen, wo wir eben schon einmal waren. Im Moment ist es so einfach zu wenig!"

Kaum Zeit verbleibt den Wagnerstädtern für eine detaillierte Nachbetrachtung der Niederlage: Bereits am Donnerstag (19 Uhr) gastieren die Telekom Baskets Bonn zum Nachholspiel des ausgefallenen Saisonauftaktspiels in der Oberfrankenhalle, am kommenden Sonntag reist dann der Mitteldeutsche BC an, gegen den es am Mittwoch die bittere 114:123 gesetzt hatte.