Zum Jubiläum in neuem Glanz
Autor: Redaktion
Scheßlitz, Montag, 01. März 2021
Das katholische Gotteshaus St. Johannes der Täufer in Ludwag steht zum 100. Geburtstag vor der Sanierung des Innenraums.
Vor knapp 100 Jahren wurde die katholische Pfarrkirche "St. Johannes der Täufer " in Ludwag nach mehreren Anläufen und verschiedenen Entwürfen nach den Plänen des Augsburger Architekten Michael Kurz erweitert. Nach dem Weißen Sonntag 1923 begann man mit dem Rückbau des alten Kirchenschiffs und konnte bereits im Oktober darauf den Rohbau einweihen. 1924 im Oktober feierte man dann die Weihe durch den damaligen Erzbischof.
Vermutlich gehört Ludwag zu den Standorten der 14 Slawenkirchen, die Karl der Große um 800 gründen ließ. Der historische Sakralbau ist im Kern eine der ältesten Landkirchen der Erzdiözese Bamberg und eine der noch erhaltenen, im Ursprung weit zurückreichenden Wehrkirchen in Oberfranken. Trotz der im Laufe der verschiedenen Bauepochen vorgenommenen Um- und Anbauten lässt sich der wehrhafte Charakter der Kirche , in der die Gläubigen auch Schutz und Zuflucht fanden, nachempfinden. Die erste Kirche wird bereits in der Romanik überbaut, der Chorturm aus dem 13. Jahrhundert, dessen Bausubstanz unten romanisch, oben gotisch ist, ist noch erhalten. Eine Erweiterung fand 1670/1671 statt. Das Inventar aus der Zeit vor dem Neubau blieb erhalten, der Hochaltar mit Baldachin, ein Werk des bekannten fränkischen Bildhauers Friedrich Theiler von 1814. Die Seitenaltäre sind etwas älter, im Kern um 1720, die Kanzel sogar noch früher. Im Eingangsbereich der Kirche befindet sich eine Vespergruppe, die in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert wird. Die Pietà ist in eine Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs eingebettet.
Das derzeitige Aussehen erhielt die Pfarrkirche bei der letzten Renovierung 1975, wo der Altarraum Volksaltar und Ambo erhielt. Das moderne Triptychon des örtlichen Künstlers Erhard Schütze mit der Darstellung von Kaiser Heinrich II, Kaiserin Kunigunde und der Mystikerin Columba Schonath führt in die künstlerische Darstellung der Neuzeit. Turmhelm mit Turmzier und Naturschiefereindeckung wurden erst in den 2000er Jahren überarbeitet.
Zum anstehenden Jubiläum steht wieder eine Sanierung des Gotteshauses an. Wieder war der Beginn von der Kir-chenverwaltung nach dem Weißen Sonntag geplant. Gern hätte der Hollfelder Architekt Georg Schilling, der das Projekt betreut, die Kirchengemeinde vorab nach einem Gottesdienst informiert. Doch die Corona-Pandemie verhindert die Versammlung und verschiebt sogar die diesjährige Kommunionfeier. So wird der Baubeginn auf Mitte März vorgezogen. Bereits in den Wintermonaten konnte in Eigenregie der Dachboden nach statischen Angaben mit Diagonalschalung ausgesteift und das Dachtragwerk ertüchtigt werden.
Vor über 40 Jahren wurden der Innenraum der Kirche sowie die Altäre letztmalig restauriert. Allerdings ist die damalige Farbgebung und Ausführung hinsichtlich der Grundsätze der Denkmalpflege nicht unumstritten. In Abklärung mit dem Erzbischöflichen Bauamt , der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ist ein neues Farbkonzept im Inneren der Kirche zu erarbeiten.
Wände und Böden trocken legen
Die Trockenlegung von Außenwänden und Fußboden ist das erste und vordringlichste Gebot. Eine Erneuerung des gesamten Fußbodenaufbaues mit entsprechender Unterkonstruktion und Abdichtung wird angestrebt. Partiell ist der durch Feuchtigkeit und Salze stark angegriffene Sockelputz abzunehmen und mit Kalkputz neu aufzuziehen. Marode Mauerwerksteile sind abschnittsweise mit adäquaten Materialien zu erneuern. Eine Wandtemperierung mit Anschluss an die benachbarte Biomasseheizung ist in Planung. Der Natursteinbelag im Langhaus ist teilweise abgesplittert, verfärbt und vermoost. Die Natursteinfliesen liegen im Mörtelbett direkt auf erdfeuchtem Bausand. Die vorhandenen Natursteinplatten werden seitlich gelagert, ein Wiedereinbau in Teilbereichen in Kombination mit Natursteinplatten aus Jurakalk ist angedacht. Zum Altarraum hin wird eine massive Blockstufe nach Detail eingebaut.