Wo die himmelblau blühende Wegwarte ihren Namen her hat?
Autor: Fränkischer Tag
, Donnerstag, 02. Juli 2026
Der Regen und die etwas angenehmeren Temperaturen lassen die Natur richtig aufleben. Endlich kann man nach der tropischen Hitze wieder besser durchatmen. Leider sind die Blätter der Himbeeren zum Teil von der gleißenden Sonne schon richtig verbrannt. Auch viele Früchte der Beerensträucher haben sehr gelitten. So wurden besonders schwarze Johannisbeeren bei der fast unerträglichen Hitze förmlich „gekocht“ und damit ungenießbar. Den Stachelbeeren hat die Hitze weniger ausgemacht. Wild leben sie nämlich mehr auf sonnigen Standorten. Anders ist dies bei den Himbeeren. Diese sind Waldlichtungspflanzen, die nicht zu viel Sonne vertragen können. Johannisbeeren kommen aus dem Auenwald mit hohem Grundwasserstand.
Laubbäume verwandeln im Sommer Gärten zu grünen Oasen. Sie filtern die Luft, binden Schadstoffe, geben Schatten und Kühlung an heißen Tagen. Für viele ist es einfach erquickend, im Garten unter einem großen Apfel- oder Süßkirschenbaum zu sitzen. Ein Sonnenschirm kann das Wohlfühlklima, das ein Baum erzeugt, nicht ersetzen. „Ohne meinen Hausbaum wär's bei der Hitze draußen nicht auszuhalten“, bestätigt ein Gartenbesitzer.
Die Ordnung in der Natur ist so kompliziert, dass viele sie für Unordnung halten. Jeder Eingriff in die Naturzusammenhänge muss genau abgewogen werden. Das Geheimnis der Schönheit alter Gärten und Parks ist durch den durchdachten und geringeren Pflegeeinsatz zu erklären. Vielfältige Gärten mit einem Teil heimischer Pflanzen und einer natürlichen Ordnung können Oasen und Rückzugsgebiete für viele Arten sein. Zu einem biologisch bewirtschaftet Garten gehören auch ein paar Blattläuse. Sonst wäre etwas nicht in Ordnung. Man muss einfach abwarten können und Vertrauen in den natürlichen Mechanismus haben. Auch wenn die Blattläuse nur mit Neutralseife und Spiritus vernichtet werden, stört es das Gleichgewicht. Das weiche Wasser verstopft die Atemröhren der Insekten. Aber auch das große Heer von Nützlingen wie Marienkäfer- oder Florfliegenlarven, die sich von Blattläusen ernähren, sind betroffen. Anschließend können sich die Blattläuse wieder umso schneller vermehren, da sie dann ungestört sind.
Kaum einem Hobbygärtner ist bewusst, dass viele Blumen nur zu einer bestimmten Zeit ihre Blüten öffnen oder ihren Nektar für die Insekten freigeben. Am auffälligsten ist dies bei der Nachtkerze zu beobachten. Sie entfaltet zwischen 6 und 7 Uhr in der Dämmerung ruckartig für eine Nacht ihre Blüten. Man könnte sogar eine „Pflanzenuhr“ anfertigen. So schließen die Kartoffeln und die Wegwarten ihre Blüten um 3 Uhr am Nachmittag. Die Ringelblumen etwa um 4 bis 5 Uhr. Die Bienen und andere Insekten haben sich darauf eingestellt. Somit erstrecken sich die Nahrungsquellen in die Länge und werden nicht auf einmal angeboten. Somit ist der Tisch für die Insekten, die Nektar sammeln, immer gedeckt. Sogar für die Nachtschwärmer wird ein reichhaltiges Angebot an Blüten bereitgestellt.
Die Blütenblätter der Nachtkerze öffnen sich erst am Abend und strömen die ganze Nacht über einen betörenden Duft aus. In der Frühe verwelkt die Blüte. Es werden aber immer wieder neue nachgeschoben. Bei den Nachtkerzen handelt es sich um zweijährige Pflanzen. Im ersten Jahr bilden sie nur Rosetten und im zweiten Blüten. Die Wurzeln sind eine Delikatesse. Aber im zweiten Jahr, wenn die Blüten kommen, werden sie ungenießbar. Das ist genauso wie bei den Möhren.
Wenn sich in der Frühe die Blüten der Nachtkerze schließen, entfalten sich die der Trichterwinde. Diese gehört mit zu den schönsten einjährigen Rankgewächsen. Es gibt die Trichterwinden in vielen Farben, angefangen von himmelblau bis dunkelrot. Sie wachsen gern an Zäunen und lassen auch Sträucher im Sommer erblühen. Wenn die Sonne am höchsten steht, sterben die Blüten schon wieder ab. Es werden aber ständig bis in den Herbst hinein neue nachgeschoben. So sorgt die Natur für einen kontinuierlichen Ausgleich. Sommerranken wie auch die Schwarzäugige Susanne oder die Glockenrebe bringen Vielfalt in den Garten.
Chinakohl wird stets im Spätsommer angebaut, da er nur bei abnehmender Tageslänge Köpfe bilden kann. Für die Aussaat steht nur eine kurze Zeitspanne zur Verfügung. Diese liegt bei der Direktaussaat oder Anzucht in Schalen zwischen Mitte Juli und Anfang August. Die Pflanzung ist aber noch bis etwa zum 20. August möglich. Chinakohl kann in einer relativ kurzen Zeit bis zu zwei Kilogramm schwere Köpfe bilden. Dies sollte beim Pflanzabstand beachtet werden. Bei der Fruchtfolge ist immer die Verwandtschaft zu anderen Kohlarten berücksichtigen.