Wenn Menschen Verantwortung für historische Gebäude übernehmen
Autor: Fränkischer Tag
, Dienstag, 07. Juli 2026
Mit der Goldmedaille des Denkmalschutzes werden in Bayern Personen und Institutionen für ihren Einsatz ausgezeichnet – sechs der Preisträger kommen aus Franken
Die „ Goldmedaille des Denkmalschutzes “ ist ein Zeichen für herausragendes Engagement in der Denkmalpflege . Insgesamt 16 Preisträger wurden vor kurzem von Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Markus Blume und Landeskonservatorin Susanne Fischer geehrt, wie aus einer Pressemitteilung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege hervorgeht. Seit 1978 würdigt die Auszeichnung Menschen und Institutionen, die sich mit besonderem Einsatz für Bayerns kulturelles Erbe stark machen. Sechs der 16 Ehrungen gingen nach Franken.
„ Denkmalpflege wirkt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Hinter jedem Projekt, das wir heute auszeichnen, stehen persönliches Engagement und die Liebe zu unserem baulichen und archäologischen Erbe“, so Fischer. „Bayerns Denkmäler haben viele Schutzengel: Sie bewahren mit Leidenschaft, Ausdauer und oft jahrelangem Einsatz unsere Denkmalschätze“, betont Blume. Jahr für Jahr wächst die Liste der denkmalgeschützten Bauwerke in Bayern um wertvolle Kulturgüter.
Verein hält Erinnerung wach
Eine Medaille ging an die Stadt Karlstadt und den Förderkreis ehemalige Synagoge Laudenbach. Die Synagoge aus dem 18. Jahrhundert war nach 1938 stark vernachlässigt worden. „Sie sicherten historische Bauteile wie den Betsaal und hebräische Schriftzeichen, wobei sie bewusst auf invasive Einbauten verzichteten. Durch Führungen und Seminare hält der Verein die Erinnerung an die jüdische Geschichte für künftige Generationen wach“, schreibt das bayerische Landesamt.
Der Verein fasst die Geschichte der Synagoge zusammen: Das genaue Alter der Synagoge sei unbekannt. Eine erste schriftliche Erwähnung finde sich anlässlich der jährlich durchgeführten fürstbischöflichen Pfarrvisitationen. Während des Novemberpogroms wurde die Synagoge durch einen SA-Trupp unter der Beteiligung von Bürgern aufgebrochen und ihre Inneneinrichtung vollständig zerstört. Danach wurde die verwüstete Synagoge von einem Landwirt als Getreidelager, später von einem Kaufmann als Kohlelager genutzt. 2015 wird die Synagoge von der Stadt Karlstadt gekauft und renoviert.
Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen haben Daniela und Tobias Kolb ein ehemaliges Pfarrhaus aus dem Jahr 1713 vor dem Verfall bewahrt. Jahrzehntelang stand das Gebäude leer und war stark beschädigt. „Das Paar stabilisierte das Haus behutsam, rettete Fachwerk- und Dachkonstruktion und restaurierte in umfangreicher Eigenleistung historische Böden, Decken, die Holztreppe sowie originale Fenster und Türen“, heißt es in der Pressemitteilung.