Wasser des Lebens
Autor: Fränkischer Tag
, Donnerstag, 02. Juli 2026
Du schaust drein wie drei Tage Regenwetter. Das ist nicht als Kompliment gemeint. Nach den überheißen Tagen der letzten Woche könnte es eines sein. Wer unter glühender Sonne geht, weiß, wie bereits ein wenig kühles Nass auf der Haut erfrischt! Wie haben wir und mit uns Pflanzen, Tiere und die Böden nach Wasser gelechzt. In Hitzetagen wird es unmittelbar erfahrbar: Ohne Wasser kein Leben.
Mehr als zwei Drittel der Erde sind von Wasser bedeckt, doch nur drei Prozent davon sind trinkbar. Kostbar ist sauberes Wasser. Doch selbstverständlich nehmen wir es hin, dass Trinkwasser aus den Hähnen fließt. Es ist ein unschätzbares Privileg, das 2,2 Milliarden Menschen nicht haben. Aber der Klimawandel mit seinen Niederschlags- und Verdunstungsdürren macht Wasser auch hierzulande knapp. Wie gefährdet ist dieses kostbare Gut! Ein einziger Öltropfen verschmutzt einen Kubikmeter Wasser; ein Zigarettenstummel, unachtsam weggeworfen, 40 Liter. Dazu das Mikroplastik und anderes Verunreinigendes mehr. Ohne sauberes Wasser kein Leben.
Der 104. Psalm der Bibel lobt Gott: „Du lässt Brunnen quellen in den Tälern, dass sie zwischen den Bergen dahinfließen, dass alle Tiere des Feldes trinken … Du tränkst die Berge von oben her.“
Der Glaube an den Schöpfer gibt uns diese Perspektive: Die Welt kommt aus Gottes Hand. Das verbindet. Da ist auch das Wasser wie der Teil einer Familie. Für „Schwester Wasser“ lobt der heilige Franziskus in seinem Sonnengesang den Allmächtigen. Der Regen nach den Hitzetagen ist uns ein Anstoß, wertzuschätzen, was vom Himmel kommt, uns zu erinnern, dass wir alle darauf angewiesen sind, und unbedingt bewahren müssen, was uns Leben gibt.