Trump bleibt Europas größtes Nato-Problem
Autor: Fränkischer Tag
, Dienstag, 07. Juli 2026
Die Nato-Mitglieder schließen Rüstungsdeals und umwerben den US-Präsidenten. Doch solange Europa strategisch abhängig von Washington bleibt, fehlt eine Zukunftsstrategie.
Zumindest dass sie kein Gespür für den richtigen Moment und eine gute Dramaturgie hätten, kann man den Nato-Mitgliedern nicht unterstellen. In Ankara liefen gerade die letzten Vorbereitungen für das Gipfeltreffen, da wurde ein gigantischer Rüstungsdeal bekannt: Kanada bestellt für eine Milliardensumme zwölf hochmoderne U-Boote beim deutschen Schiffbauer TKMS.
Eilig wurde die Nachricht verbreitet. Nicht nur Berlin jubelte über das Projekt, das so viel mehr ist als ein gigantisches Geschäft: Es ist vor allem ein Fingerzeig an US-Präsident Donald Trump, dass die Nato-Verbündeten auch jenseits der US-amerikanischen Achse kooperieren und sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Und was könnte Trump besser gefallen als ein perfekter Deal?
Das Trump-Besänftigen
ist eine wichtige Aufgabe
Doch ob der Wink reicht, um die Laune des US-Präsidenten zu heben? Denn vor nichts haben die Nato-Mitglieder derzeit mehr Sorge, als dass Trump mit schlechter Laune in Ankara ankommen könnte. Extra für ihn wurde das Programm gestrafft, zu groß schien die Gefahr, dass er sich langweilt und auf komische Ideen kommt. Das Trump-Besänftigen ist zu einer ihrer wichtigsten Aufgaben geworden, die Staats- und Regierungschefs bemühen sich, als Klassen-Primus zu erscheinen.