Schichten verborgener Welten
Autor: Fränkischer Tag
, Freitag, 03. Juli 2026
Staunen vor leuchtenden Muscheln und zerklüfteten Urlandschaften
Die 41. Ausstellung in der Produzentengalerie Burgkunstadt zeigt Gemälde von Beka Gigauri und Skulpturen von Kristina Kanaan. Die Ausstellung ist nur noch bis zum 5. Juli zu sehen.
Zur Eröffnung hatte Kunsthistoriker Matthias Liebel die Werke erklärt. Thomas Meyer lädt am heutigen Samstag ab 19 Uhr zusammen mit Beka Gigauri zu einem Jam-Abend in den Galerie-Garten ein. Die Künstler sind vorher während der Öffnungszeiten (14 bis 17 Uhr) für Gespräche über ihre Werke vor Ort.
„Doppel-, Mehrfachbegabungen gar, sind in Kunst und Kultur etwas Besonderes. Sie beschreiben das herausragende Talent einer Person in unterschiedlichen kreativen Disziplinen. Die berühmteste Doppelbegabung in Deutschland dürfte Johann Wolfgang v. Goethe gewesen sein, der nicht nur literarisch tätig war, sondern auch ein begabter Maler und Zeichner. Ebenso E.T.A. Hoffmann , Hermann Hesse oder Günther Grass“, führt Liebel den Maler Beka Gigauri ein, der selbst als Musiker schon des Öfteren die Ausstellungen der Produzentengalerie begleitete.
Gigauri, der in Tiflis und Berlin Kunst studierte, hat seine ganz eigene Bildsprache und Maltechnik entwickelt, die in Burgkunstadt zu sehen ist. Er verwendet Nesselleinwand und verdünnt sich Ölfarben auf die unterschiedlichsten Arten. „Das ist seit 25 Jahren gleich. Dadurch kann ich malen fast wie ein Textildruck. Es gibt keine dritte Dimension“, erzählt er.
Stile neu kombinieren
Wie ein Jazzmusiker versucht er, die verschiedenen Stile zu verwenden und auf seine ganz eigene Art zu kombinieren. Sein Treibstoff sind dabei die Bilder anderer. „Ich gehe wahnsinnig gerne in Museen. Das ist für mich meditativ und informativ zugleich. Es ist wie Genuss und Rausch und niemals langweilig“, so Gigauri.
„Was wir auf den Bildern von Beka Gigauri zu erkennen glauben, sind von Erdschollen und Lavagesteinen zerklüftete Urlandschaften, vertrocknete Gräser und Gestrüppe, dazu aufsteigende Nebel oder Gase, sphärisch beleuchtete Himmel, sind geheimnisvolle Unterwasserwelten mit verdorrten Korallen und Meereslandschaften mit manchmal aufgewühlten, manchmal sanft sich wiegenden Wellen“, sagt Liebel.
Kuratorin Lucia Scheid-Nam steht vor einem seiner großformatigen Bilder: „Für mich sind das im Hintergrund die Berge, vielleicht die Alpen“, sagt sie.