Druckartikel: Sanierung für über eine Million Euro

Sanierung für über eine Million Euro


Autor: Fränkischer Tag

, Freitag, 17. Juli 2026

Alexander Tritthart, German Hacker und Usain Bolt liefen hier – jetzt bekommt die TSH eine neue Bahn
Machen den Weg frei für die neue Kunststoffbahn (v.l.): Manfred Schmidt, Ulrike Schlichte, Lothar Babler, Eva Pichler, Jürgen Bauer, Alexander Tritthart, German Hacker und Lukas Lockl.Gerd Ankermann


Der Startschuss ist gefallen. Auf dem Vereinsgelände der Turnerschaft Herzogenaurach 1861 e.V. wird die Kunststoffbahn erneuert.

TSH-Vorstand Lothar Babler, zuständig für die Liegenschaften, beschreibt in einem Rückblick die Entstehung der Laufbahn und begründet die Notwendigkeit einer Generalsanierung.

1957 wurde auf der Sportanlage in der Adalbert-Stifter-Strasse eine erste Laufbahn mit einer Länge von 312 Metern als Rundbahn errichtet. Dafür wurde Schlacke von der Herzobase und der Baumwollspinnerei in Erlangen recycelt. 1972 pachtete die TSH von der Waldkooperation zusätzliche Flächen an, um den Sportbetrieb ausweiten zu können. Die neue Laufbahn mit 400 Metern Länge wurde angelegt, es wurde ein Rotgrantbelag aufgebracht. 1998 folgte die Sanierung des Rasenspielfeldes mit dem Bau einer 400-Meter-Laufbahn, die einen Kunststoffbelag bekam. Gleichzeitig wurde die Sportanlage dem Landkreis als Schulsportanlage zur Verfügung gestellt.

Hier lief schon Usain Bolt

In den vergangenen Jahren kamen immer wieder internationale Sportgrößen auf das Vereinsgelände, um Trainingseinheiten zu absolvieren. Sportlehrer Peter Müller, Cheftrainer der TSH, erinnert sich beispielsweise an den Besuch von Usain Bolt, dem achtfachen Olympiasieger im Sprint.

Die Herzogenauracher Sportartikelfirmen nutzten gern die Anlage der TSH, bis sie ihre eigenen Sportstätten gebaut haben.

Der Bayerische Landessportverband (BLSV) freute sich über die Möglichkeit, überregionale Sportwettbewerbe auf dem TSH-Gelände veranstalten zu können. Die Sportanlagen sind in einem hervorragenden Zustand und die Mitglieder des Vereins enorm engagiert für den Breiten- und Leistungssport, lobt Manfred Schmidt, TSH-Vorstand für Sport.

Im Ausschreibungsverfahren für die Generalsanierung bekam die Firma Lockl den Zuschlag für die Ausführung der Arbeiten. Geschäftsleiter Lukas Lockl lobt den Pflegezustand des Kunststoffbelags, der dank intensiver Arbeit des Kompetenzteams der TSH immer noch super ausschaue. Aber eine maximale Nutzungsdauer von etwa 25 Jahren müsse dennoch eingehalten werden, weil ansonsten der Untergrund leiden würde, meint Lockl. „Dann wird es sehr teuer, falls auch noch der Asphalt erneuert werden muss“.

Zum neuen Kunststoffbelag kommen noch die Kosten für die Erneuerung der Abwasserrinnen entlang der Laufbahn hinzu. Auch die Sektoren und die Sportgeräte müssen erneuert werden. Daher summieren sich die Gesamtkosten auf 1.081.000 Euro.

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt und die Regierung von Mittelfranken stellen Zuschüsse in Höhe von rund 482.000 Euro in Aussicht. Diese gute Nachricht überbringt Landrat Alexander Tritthart, der die Sportanlage noch von seiner Schulzeit in Herzogenaurach gut kennt. Auch Bürgermeister German Hacker hat in der Vergangenheit so manchen Tropfen Schweiß auf dieser Kunststoffbahn hinterlassen, sei es als Teilnehmer von Herzoman, Herzorun oder bei der Sportabzeichenprüfung. Die Stadt Herzogenaurach fördert die Sanierung mit rund 150.000 Euro aus Mitteln der Sportförderung.

Der BLSV ist mit weiteren 205.000 Euro an Bord. Für den Verein selbst verbleiben also noch rund 244.000 Euro, die durch die Mitglieder aufzubringen sind.

Sehr frühzeitig hat sich der Vorstand um die Finanzierung gekümmert. Seit 2020 wurde intensiv verhandelt, und auch die Mitglieder wurden informiert. Aktuell läuft es ganz gut, meint Schmidt. Ein spezielles Spendenprojekt hat bereits 23.000 Euro eingebracht. Insgesamt hoffen die Verantwortlichen auf rund 80.000 Euro an Spenden und Sponsoringgeldern für die neue Kunststoffbahn. Die soll dann wieder 25 Jahre halten. Die Wiedereröffnung der Sportanlage ist für das Frühjahr 2027 geplant.

Auf sportliche Betätigung müssen die Mitglieder trotzdem nicht verzichten: Der Verein hat sich rechtzeitig um ein Ausweichquartier gekümmert.