Druckartikel: Rente dem Härtegrad der Arbeit anpassen

Rente dem Härtegrad der Arbeit anpassen


Autor: Fränkischer Tag

, Freitag, 10. Juli 2026


Nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur sind im Landkreis Haßberge nur rund 80 von etwa 920 Bauarbeitern älter als 63 Jahre, so eine Pressemeldung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ( IG BAU ). Demnach überschreiten die meisten Bauarbeiter eine kritische Altersgrenze noch vor dem 60. Lebensjahr und können die körperlich anstrengende Arbeit auf dem Bau gesundheitlich nicht mehr bewältigen.

„Für die meisten ist schon Schluss, bevor sie 60 sind. Sie packen die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr“, sagt Michael Groha, Vorsitzender der IG BAU Mainfranken. Er kritisiert die Pläne der Rentenkommission, die die Bundesregierung umsetzen will. Groha fordert angesichts der Tatsache, dass kaum ein Bauarbeiter bis 67 arbeiten kann, eine Flexi-Rente. „Eine faire Rente muss unbedingt dem ‚Härtegrad der Arbeit‘, die geleistet wird, angepasst werden“, sagt Groha.

Das gelte nicht nur für die Baubranche, sondern auch für die Land- und Forstwirtschaft, die Gebäudereinigung und den Garten- und Landschaftsbau .

Appell an die Abgeordneten

Die IG BAU Mainfranken appelliert an die Bundestagsabgeordneten im Kreis Haßberge und der Region, gegen die Rentenpläne der Bundesregierung Einspruch zu erheben. Diese müssten „dringend korrigiert“ werden. Ansonsten verlieren viele Berufe, in denen hart gearbeitet wird, mehr und mehr an Attraktivität, meint Groha.

Die Abschaffung der Rente mit 63 ist ein weiterer Kritikpunkt der Gewerkschaft. „Das wäre gerade für viele Baby-Boomer ein Schlag ins Gesicht. Es macht ihnen nämlich einen dicken Strich durch ihre Lebensplanung“, sagt Groha. Im Landkreis Haßberge gebe es 14.500 Baby-Boomer, die in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen. Ein Großteil davon habe 45 Jahre Beitragszeit.

Der Gewerkschaftschef fordert außerdem, dass das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent sinken dürfe. Die Bundesregierung müsse sich dazu verpflichten, dass es keinen Einbruch beim Rentenniveau geben wird. Letztlich sollen sich, so die Forderung der IG BAU Mainfranken, die heimischen Bundestagsabgeordneten in ihren Fraktionen in Berlin für diese Anliegen einsetzen. red